In enger zeitlicher Abfolge habe ich das Buch gelesen und dann den Film auf DVD gesehen.
Das Positive vorweg: Die technische Qualität der DVD ist einwandfrei.
Wäre er unter einem anderen Titel angetreten, hätte ich ihm vielleicht einen oder zwei Sterne mehr geben können, aber unter dem Titel des Buches muß dieser Film tief enttäuschen. Zwar ist das Drehbuch immer wieder bemüht, durch teils wörtliche Zitate an das Buch anzuknüpfen, kann diese Verbindung aber nicht länger als ein paar Sekunden halten. Viel zu weit entfernt sich die Verfilmung von der Buchvorlage, kürzt rigoros und wirft dabei praktisch alles über Bord, was aus dem Fantasyroman ein bemerkenswertes Stück Weltliteratur macht.
Weder will sich die Gänsehaut einstellen, die mich beim Lesen von Marion Zimmer Bradleys Meisterwerk von Zeile zu Zeile, von Seite zu Seite begleitet hat, noch bleibt irgend etwas von dem schier unerträglich melancholischen Spannungsbogen übrig, der es beinahe unmöglich macht, das Buch vor der letzten Seite aus der Hand zu legen.
Die Figuren bleiben im Film oberflächliche, papierdünne Abziehbilder ihrer Vorlagen, ihre Motivation, ihr innerer Zwang bleibt unsichtbar. Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, daß die unübersehbare Sympathie des Buches für das Heidentum Avalons der "political-religious correctnes" absichtlich geopfert wurde, um eventuellen Konflikten in den USA aus dem Weg zu gehen. Dabei geht aber leider auch der leidenschaftliche, beinahe zwingende Appell an die (religiöse) Toleranz verloren, der sich wie ein dicker roter Faden durch das Buch zieht. Nichts wird sichtbar, von der Art und Weise, wie auch Avalon letztlich an der eigenen Unfähigkeit scheitert, "alle Götter als ein Gott" zu sehen. Nicht eine Spur der im Buch so allgegenwärtigen geistigen und mystischen Überlegenheit der Priesterinnen von Avalon bleibt im Film übrig. Keine Morgaine, die selbst den Bischof kaltlächelnd mit ihrer überlegenen Kenntnis der Bibel abserviert, kein Unterschied zwischen der gerade einmal auf Grundschulniveau gebildeten, ängstlich frömmelnden Gwenhwyfar und den überlegen wissenden, und umfassend gebildeten Priesterinnen von Avalon. Kein unschätzbar wertvoller Wissenschatz wird sichtbar, der mit Avalon unwiderbringlich unterzugehen droht.
Daß die Insel Avalon entgegen der Buchvorlage als völlig andere Welt präsentiert wird (und nicht als in einer Parallelwelt konserviertes Abbild des frühchristlichen Glastonburys - mit christlicher Kapelle !), ist ebenso ärgerlich, wie die Tatsache, daß Morgaine im Film eine normal große, hellhäutige Frau ist. Daß die im Buch teils sehr genaue Beschreibung der (Priesterinnen-) Gewänder im Film einfach ignoriert wird, macht dann auch schon nichts mehr aus.
Es bleibt für die Fans des Buches nur die vage Hoffnung daß sich bald ein Regisseur vom Kaliber eines Peter Jackson ("Herr der Ringe") dieser einmalig schönen Buchvorlage annimmt.