35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehenswerte Kurzfassung, aber Zusatzmaterial dürftig, 28. August 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Nebel von Avalon (DVD)
An diesem Film scheiden sich offensichtlich die Geister. Wer den Roman gelesen hat, dem können die zahlreichen Kürzungen nicht entgehen, um ein über tausend Seiten fassendes Werk in drei Stunden auf den Schirm zu bringen. Folge hiervon sind zahlreiche wegfallende Charaktere (manche tauchen überraschend im Abspann auf), zeitliche Verschiebungen einzelner Handlungsstränge und eine starke Polarisierung der Hauptcharaktere in Gut/Böse, die so im Buch nicht zu finden ist. Beispielsweise wird der Konflikt zwischen Lancelot und Morgaine lediglich angeschnitten, das Buch stellt diesen weitaus komplexer dar, solche Problematiken vermittelt die Verfilmung nicht. Entstehende Lücken (z.B. Vivianes Tod) werden filmtauglich geflickt und mögen dem Leser zuweilen haarsträubend erscheinen. Jemandem, der die Vorlage nicht kennen sollte, mögen diese aber gar nicht auffallen. Trotzdem sollte man mit der Produktion nicht zu hart ins Gericht gehen. Die Besetzung könnte man sich nicht besser wünschen (von ein paar Statisten abgesehen...), Julianna Margulies gibt eine Morgaine ab, wie sie im Buche steht (an dieser Stelle möchte ich auch die fabelhafte Synchronstimme erwähnen)! Weiterhin zeichnet sich die Ausstattung des Filmes durch die Liebe zum Detail aus, sicher mag einiges dem Original nicht entsprechen (Gewänder der Priesterinnen etc), aber zum Charisma der Verfilmung beitragen. Fazit Film: Wirklich sehenswert. Hartgesottene Fans der Romanvorlage sollten schon mal ein Auge zudrücken.
Vorteilhaft an einer DVD sind zwei Dinge: Zum einen erhält man so die Möglichkeit, den Film mit Originalton zu hören, zum anderen erhält man weitere Einblicke durch das Bonusmaterial. Die englischsprachige Vertonung empfand ich als für einen amerikanischen Film ausgesprochen gut verständlich (kaum Genuschel!) und sehr hörenswert (Gwenhwyfar wirkt ungleich sympathischer...). Das Bonusmaterial jedoch wurde im Vergleich zum Film geradezu stiefmütterlich vernachlässigt. Die Hälfte der laut Angabe 26 Minuten nimmt ein Eichinger-Interview ein, nach dem man genauso schlau ist wie vorher und das sich außerdem durch nervtötende Kameraführung und schlechte Tonmischung hervortut. Trailer und Spot aus dem amerikanischen Fernsehen können dem Cineasten auch keine Jubelschreie entlocken, unter "Cast & Crew" verbergen sich ein paar knappe Lebensläufe. Mein persönlicher Favorit einer jeden DVD, der "Hinter den Kulissen"-Teil, war enttäuschend: Scheinbar wahllos werden mitgeschnittene Szenen von den Dreharbeiten aneinandergereiht, teilweise werden diese mitten in einem Satz unterbrochen. Hin und wieder wäre ein Kommentar (zu Drehort, Ausstattung, Besonderheit der Szene etc) durchaus angebracht gewesen. Positiv fällt lediglich die schön gestaltete Menüführung auf. Fazit Bonusmaterial: Mickrig, da wär noch einiges zu holen gewesen, dies erklärt auch den Abzug in der B-Note...
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44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Wirklich schade drum ..., 17. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Nebel von Avalon (DVD)
In enger zeitlicher Abfolge habe ich das Buch gelesen und dann den Film auf DVD gesehen.
Das Positive vorweg: Die technische Qualität der DVD ist einwandfrei.
Wäre er unter einem anderen Titel angetreten, hätte ich ihm vielleicht einen oder zwei Sterne mehr geben können, aber unter dem Titel des Buches muß dieser Film tief enttäuschen. Zwar ist das Drehbuch immer wieder bemüht, durch teils wörtliche Zitate an das Buch anzuknüpfen, kann diese Verbindung aber nicht länger als ein paar Sekunden halten. Viel zu weit entfernt sich die Verfilmung von der Buchvorlage, kürzt rigoros und wirft dabei praktisch alles über Bord, was aus dem Fantasyroman ein bemerkenswertes Stück Weltliteratur macht.
Weder will sich die Gänsehaut einstellen, die mich beim Lesen von Marion Zimmer Bradleys Meisterwerk von Zeile zu Zeile, von Seite zu Seite begleitet hat, noch bleibt irgend etwas von dem schier unerträglich melancholischen Spannungsbogen übrig, der es beinahe unmöglich macht, das Buch vor der letzten Seite aus der Hand zu legen.
Die Figuren bleiben im Film oberflächliche, papierdünne Abziehbilder ihrer Vorlagen, ihre Motivation, ihr innerer Zwang bleibt unsichtbar. Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, daß die unübersehbare Sympathie des Buches für das Heidentum Avalons der "political-religious correctnes" absichtlich geopfert wurde, um eventuellen Konflikten in den USA aus dem Weg zu gehen. Dabei geht aber leider auch der leidenschaftliche, beinahe zwingende Appell an die (religiöse) Toleranz verloren, der sich wie ein dicker roter Faden durch das Buch zieht. Nichts wird sichtbar, von der Art und Weise, wie auch Avalon letztlich an der eigenen Unfähigkeit scheitert, "alle Götter als ein Gott" zu sehen. Nicht eine Spur der im Buch so allgegenwärtigen geistigen und mystischen Überlegenheit der Priesterinnen von Avalon bleibt im Film übrig. Keine Morgaine, die selbst den Bischof kaltlächelnd mit ihrer überlegenen Kenntnis der Bibel abserviert, kein Unterschied zwischen der gerade einmal auf Grundschulniveau gebildeten, ängstlich frömmelnden Gwenhwyfar und den überlegen wissenden, und umfassend gebildeten Priesterinnen von Avalon. Kein unschätzbar wertvoller Wissenschatz wird sichtbar, der mit Avalon unwiderbringlich unterzugehen droht.
Daß die Insel Avalon entgegen der Buchvorlage als völlig andere Welt präsentiert wird (und nicht als in einer Parallelwelt konserviertes Abbild des frühchristlichen Glastonburys - mit christlicher Kapelle !), ist ebenso ärgerlich, wie die Tatsache, daß Morgaine im Film eine normal große, hellhäutige Frau ist. Daß die im Buch teils sehr genaue Beschreibung der (Priesterinnen-) Gewänder im Film einfach ignoriert wird, macht dann auch schon nichts mehr aus.
Es bleibt für die Fans des Buches nur die vage Hoffnung daß sich bald ein Regisseur vom Kaliber eines Peter Jackson ("Herr der Ringe") dieser einmalig schönen Buchvorlage annimmt.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trotz der heftigen Kritik ein wundervoller Film, 31. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Nebel von Avalon (DVD)
Wie alle Romanadaptionen erfolgreicher Bestseller hat dieser Film sehr viel Kritik einstecken müssen. Zu wenig von der Alten Religion komme darin vor, Vivianne sei eigentlich eine zierliche Person, der Film komme einfach nicht an das Buch ran, das Buch sei viel ausführlicher..... wenn man das Buch allerdings nicht gerade gestern gelesen hat und den Film als eine Zusammenfassung betrachtet, so ist er doch sehr gut gelungen. In 3h entführt er uns in die Welt von Morgain le Fay und die Insel der Apfelbäume. Wunderschöne inspirierende Bilder lassen uns in die Welt von Marion Zimmer Bradleys Meisterwerk eintauchen und uns eine Interpretation zum Artus-Mythos erleben.
Trotz einiger Mäkel hat mich der Film sehr begeistert und ich kann ihn nur empfehlen.
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