Es gibt gute Bücher über die Mafia, und es gibt weniger gute Bücher über die Mafia.
Manche Bücher über die Mafia sind teilweise geschwärzt, meist aufgrund einstweiliger Verfügungen von Personen, die sich in dem jeweiligen Buch verunglimpft oder zu Unrecht im Zusammenhang mit kriminellen Organisationen genannt sehen.
Diese geschwärzten Textpassagen sind in der Regel ein Ärgernis für den Leser. (... weshalb ich mich bemühe, neuere Bücher zu diesem Thema immer schon am Erscheinungstag, also noch vor einer gerichtlichen Verfügung, zu kaufen.)
Bei diesem Buch jedoch wünschte ich mir als Leser (!), man würde das Abgedruckte über längere Passagen schwärzen.
Was hier zusammengebraut wurde bringt nicht nur wenig Erhellendes zu diesem Thema. Nein, es bringt auch viel Falsches. Wie wenig die Autorin vom Thema versteht, zeigt sich nicht nur dadurch, dass sie permanent bei anderen, besser qualifizierten Journalisten abschreibt oder grob zusammenfasst (z. B. das Kapitel über Giorgio Basile, 'das Engelsgesicht', wo sie ihr 'Wissen' ausschließlich aus zwei Quellen bezieht), nein, sie beklagt auch noch, dass 'noch nicht einmal klar definiert (sei), was Organisierte Kriminalität (OK) nun wirklich ist.' (s. S. 188). Und das, obwohl es eine offizielle OK-Definition (Gem. AG Justiz/Polizei 1990, RiStBV 1991) gibt.
So strotzt das ganze Buch von Unzulänglichkeiten und unlogischen Zeitabläufen.
Ein wahres Ärgernis aber ist, dass das Buch (die Verfasserin hat immerhin ihre Dissertation, also ihre Doktorarbeit, zum Thema Mafia geschrieben) voller Fehler in Satzbau, Grammatik und Rechtschreibung ist. Hat hier ein Lektor gepennt? Offenkundige Mängel nicht gesehen? Immerhin ist der Erscheinungstermin des Buches zweimal verschoben worden. Zeit genug also, alles, sowohl inhaltlich als auch textlich, mal einer genaueren Prüfung zu unterziehen.
Es drängt sich, nicht nur durch das verwendete Titelbild, der Eindruck auf, man wollte noch schnell mal Kasse mit dem Thema 'Ndrangheta machen. Schade, dass dabei so ein Machwerk herausgekommen ist. Auch ich hätte gerne, wie schon der andere Rezensent, gern darauf verzichtet, überhaupt einen Stern zu geben. Was aber leider nicht möglich ist.