"Wir plauderten über dies und jenes auf der Terrasse des Cafés, mein Freund Jean und ich, als wir auf dem gegenüberliegenden Trottoir, riesig, mächtig, laut schnaufend, vorwärtsstürmend, die Warenstände umreißend, ein Nashorn erblickten. (...)" - So beginnt Ionesco's Erzählung "Die Nashörner"... Stellen Sie sich vor, Sie würden in einem Café sitzen und Ihnen würde das selbe passieren und plötzlich bliebe es nicht nur bei einem Nashorn, sondern es würden stetig mehr werden, sie würden sich chancenlos fühlen, ohnmächtig, erdrückt von der Masse etc. Ionesco umschreibt in dieser Erzählung die Entstehung von Fanatismus, ja, sogar von Faschismus. Wir fühlen uns zurückversetzt in die 30-er Jahre, fühlen uns zurückversetzt in die Hitler'sche Zeit und spüren diese Hilflosigkeit, diese Machtlosigkeit gegenüber dem Regime; es scheint, als würden wir Teil von Ionesco's Geschichte sein, als hätte uns der Autor bewußt mit in diese Erzählung eingebunden. Nachdenklichkeit macht sich breit etc. - Diese Erzählung müsste normalerweise zur Plichtlektüre an allen Schulen werden, Ionesco hat mit dieser Erzählung ein Meisterwerk geschaffen!!!