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Damit ist das Leben und Wirken von Federico da Montefeltro gemeint, der als Herzog von Urbino seinerzeit zwischen 1444 und 1482 dort herrschte.
Als junger Ritter verlor er beim Turnier ein Auge und da auch die Umgebung des Auges verletzt wurde, stellte sich von der Seite her gesehen eine Eigenart heraus. Die Nase hatte ganz oben durch Knochen- und Knorpelverlust eine Einkerbung.
Ein Portrait, gemalt von Piero della Francesca, das heute in den Uffizien in Florenz hängt, zeigt es uns, wie der Herzog also aussah.
Die Biographie, erarbeitet und herausgegeben von Bernd Roeck und Andreas Tönnesmann, beide hervorragende Kenner der Materie, enthält zugleich Wissenswertes als auch Unterhaltsames, ist also ein Kunstwerk ersten Ranges für jeden, der sich mit der Geschichte Italiens, eines wichtigen Teils des alten Europa, auseinandersetzen möchte in liebevoller Art.
So erfahren wir mithin alles Wesentliche aus der wichtigen Zeit der Renaissance, die heutzutage noch soviel Einfluß auf Politik, Kunsterkennung, Ästhetik, ja auf unser ganz individuelles Leben haben kann.
Die Eigenständigkeit eines fürstlichen Denkens und Fühlens, wer möchte das nicht für sich in Anspruch nehmen? "Aufrecht gehen und stehen" summen wir manchmal vor uns hin. Dieser beschriebene Mann hier hat es erlebt, aber es auch selbst in die Wege geleitet. Nach Machiavellis geschriebenem Vorbild war er bei Beginn seiner Herrschaft grausam (Mord an seinem Bruder), um dann später Stück für Stück seiner Stadt Gutes anzutun, sie autark zu machen.
Somit haben wir ein Beispiel dafür, einen Schlüssel der Erkenntnis sozusagen, wie es gelingen könnte, Gutes zu wirken, allerdings ohne die beschriebenen Grausamkeiten, und wie man Erfolge erzielen kann, wenn Vernunft und Sitte (virtus!) eingesetzt werden.
Er, der Herzog von Urbino, hat niemals eine Schlacht verloren, so heißt es. Das steht wie ein gewaltige Aussage und beeindruckt gewiß manchen, der das liest. Und das ist wohl auch ein Hinweis auf die Zerrissenheit der Menschheit, die bis heute glaubt, mit den Waffen Politik machen zu dürfen und zwar zum Wohle der Menschen.
Diesmal aber, zumal wenn es wirklich Ernst werden würde, käme man nicht mit nur einem Auge davon, das ist sicher und vielleicht eine der Lehren aus dieser Biographie für uns, die wir so leichtfertig und beflissen oftmals der Schönheit und der Verlockung einer "schimmernden Wehr" anheimfallen, wenn deren begeisternde Marschmusik z.B. erklingt. Auch dies ist ja ein Erbe der Renaissance und wird allenthalben weltweit zur Ergötzung des eigenen und des Volkes Empfinden gepflegt.
Wir sind allerdings inzwischen gewarnt!
Doch zurück zur Biographie, deren sorgsam zusammengestellter Inhalt viel enthält, so viel, daß ein Leser voll auf seine Kosten kommt und vielleicht einmal die Stadt Urbino selbst besuchen möchte, wenn er es nicht schon längst einmal getan hat.
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