Auf dem Cover befindet sich ein Bild von Gustav Klimt, einem der bekanntesten Maler Österreichs. Die ganze Aufmachung wirkt sehr edel. Der Krimi spielt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Wien. Diese Kulisse ist sehr passend, in jeder anderen Stadt hätte die Geschichte ihren Charme verloren. Wer schon einmal in Wien war, wird die Schauplätze lieben.
Kochen und ein gutes Essen geniessen, das sind die Hobbys von Joseph Maria Nechyba, einem Wiener Inspector. Als auf dem Naschmarkt eine junge Gräfin ermordet wird, hat Nechyba alle Hände voll zu tun. Nur der Herr Inspector hat andere Sachen im Kopf, wie zum Beispiel der Köchin Aurelia Litzelsberger den Hof zu machen oder den Polizeiagent Pospischil als Laufburschen zu missbrauchen. Als auch noch das Dienstmädchen Mizzi ermordet wird fällt der Verdacht auf Stani einen Horoskopverkäufer und Weiberhelden. Er hat sowohl die Gräfin als auch Mizzi gekannt. Etwa im letzten Viertel des Romans ahnte ich, wer der Täter sein könnte.
Mit diesem Erstlingswerk hat es Loibelsberger geschafft, mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen. Zudem kam ich mir teilweise wegen des Wiener Charmes vor wie in einem Hans-Moser-Film. Der berühmte rote Faden hat sich richtig gut durchs Buch gehalten. Es war mir keine Sekunde langweilig und ich hatte Mühe, das Buch wegzulegen. Der Wiener Dialekt hat mir sehr gut gefallen und die Übersetzungen in den Fussnoten waren sehr hilfreich. Der Abschied von den verschiedenen Figuren, die mir richtig ans Herz gewachsen waren, fiel mir sehr schwer. Ich konnte sie mir sehr gut bildlich vorstellen. Das Kopfkino hat sehr gut funktioniert. Über eine Fortsetzung dieser Reihe würde ich mich sehr freuen.
Das Buch bekommt von mir fünf Sterne, weil es genau meinem Geschmack entsprach.