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Die Nacht vor der Scheidung: Roman
 
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Die Nacht vor der Scheidung: Roman [Taschenbuch]

Sándor Márai , Margit Ban
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 1 (Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492245447
  • ISBN-13: 978-3492245449
  • Originaltitel: Valas Budan.
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 256.329 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

In der Nacht vor der Scheidung gerät Richter Christoph Kömüves ins Träumen, über sein eigenes Leben, über sein eigenes Lieben -- und das, obwohl es sich gar nicht um seine eigene Scheidung handelt. Ein Mann will sich von seiner Frau trennen: ein Mann, mit dem er in seiner Jugend gern befreundet gewesen wäre, auch wenn es trotz offenkundiger Sympathie von beiden Seiten nie zu einem wirklichen Gespräch zwischen dem angesehenen Richter und dem bekannten Arzt gekommen ist. Am Tag vor der Scheidung soll sich das ändern, und zwar aus tragischem Anlass. Denn der Arzt ist gekommen, um Kömüves sein Herz auszuschütten und ihm mitzuteilen, warum er seine Frau kurz vor der juristischen Trennung getötet hat. Der Fall ist umso prekärer, als der Richter einmal in eben jene Frau verliebt gewesen ist.

Sándor Márai ist ein Meister der leisen Zwischentöne, vor allem der zwischenmenschlichen. Es gibt wohl keinen, der die Freuden und Leiden der Liebe derart nuancenreich und präzise zu beschreiben vermag. Wer befürchtet hat, dass der Piper Verlag nach der Wiederentdeckung dieses großen Autors nach der Neuveröffentlichung seines Romans Die Glut einen nach dem anderen Márai-Roman nur deshalb neu verlegen würde, um den Erfolg des ersten finanziell auszuschöpfen, wird jedes Mal eines Besseren belehrt. Es ist schon erstaunlich, wie man der "Schreckensherrschaft der Liebe" immer wieder neue Fassetten abgewinnen kann. Márai hat das gekonnt. So ist auch der Roman Die Nacht vor der Scheidung Unterhaltung auf höchstem psychologischem Niveau: "gelassen und leidenschaftslos, furchtlos und erhaben" erzählt wie der Lebensrückblick seiner Hauptfigur. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Ein Liebes-Beziehungs-Drama am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, psychologisch tieflotend und brillant erzählt.« Focus

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen nur aus meiner Sicht..., 12. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht vor der Scheidung: Roman (Taschenbuch)
...und mit verweis darauf, das ich sämtliche Bücher von Sandor Marai gelesen habe, ist meine Meinung zu verstehen. Begonnen habe ich damals mit "der Glut", von der ich mehr als hingerissen war. Wie genau Marai die wesentlichen Dinge zu beschreiben vermag, auf den Punkt kam und das Wesentliche aus dem Kleinen empor hob, verblüffte mich. Wie auch "Wandlungen einer Ehe" habe ich "die Glut" mehrere Male gelesen. Nun las ich "Die Nacht vor der Scheidung" und ich war - diesmal - im negativen Sinne überrascht. Marai tanzt um den Punkt herum, scheint ihn nicht mal genau zu kennen und endet, meiner Meinung nach, in einer unfertigen Geschichte. Natürlich zieht jeder aus jedem Buch, was er eben vermag und in den "richtigen" Umständen mag diesen Buch mit dem Leser zusammenarbeiten, aber es ist bestimmt nicht das Vorzeigebuch für die Erzählkunst Marais.

Dafür, dass dieser Autor in der gesamten Literatur mein Favorit ist, gehe ich hart mit ihm ins Gericht und verteile nur 3 Sterne. Ich möchte damit jedem potentiellen Leser ein anderes Buch von Marai ans Herz legen, denn ihn nicht zu lesen, oder eben von diesem Buch enttäuscht zu werden, würde ihm nicht gerecht werden.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen sandor márai, ein meister der worte, 23. November 2004
mit dem "neuen " roman von sandor márai wurde der welt ein stück entscheidende literatur geschenkt. ein erneuter genuss diesen márai zu lesen, man kann das buch kaum aus der hand legen, weil márai einen spannungsbogen von anfang bis ende aufbaut.
lange bleibt unklar, warum der titel dieses werkes "die nacht vor der scheidung" heißt. zunächst wird nur die geschichte des richters christoph kömüves erzählt, der sich durch eine bei ihm auf dem tisch liegende scheidungsakte an einen alten schulfreund erinnert. bewusst wird dem richter dabei auch, dass er auch der ehefrau des schulfreundes in jungen jahren begegnet ist.
nach einem fest kommt christoph komvüses des abends nach hause, auf ihn wartet der schulfreund, der ihm eine eindringliche geschichte schildert. die geschichte seiner gescheiterten ehe, untrennbar an christoph geknüpft über all die jahre. fernab von jeder begegnung wurde ein band gewoben.
kraftvoll schildert sandor márai beide männer, beleuchtet ihre leben, lässt uns an ihren gedanken teilhaben, ohne zu werten. er lässt uns einen blick auf sie werfen und schafft damit gleichzeitig einblicke in das eigene leben.
wundervoll die sprache des márai, sanft, aber bestimmend führt er zum schluss, lässt uns tief aufatmen, als die geschichte sich auflöst.
ein wenig nachdenklich wird man über die pfade, die das leben geht, ohne, dass man darauf bewusst einen einfluss genommen hat. jedoch bleibt eines zurück, wie bei christoph kömüves, der blick in einen neuen tag, nach vorn gerichtet, weiter gehend.
ein buch für jeden, den márais subtile menschenschilderung und kenntnis fasziniert, seine art monologe aufzubauen, so dass man den eindruck gewinnt, er führt mit dem leser stets einen inneren dialog.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Prophet des Untergangs, 19. Mai 2004
Sándor Márai trifft den Nerv seiner Zeit. Werte und Normen der Gesellschaft brechen auseinander, Menschen, nervös und getrieben, genusssüchtige Reiche, und er, der Scheidungsrichter Christoph Kömüves, frühzeitig gealtert, geradezu verfettet, muss in Prozessen das schamhaft scheiden lassen, was Gott zusammengefügt hat. Kömuves selbst als Methapher des Untergangs. Márai beginnt hier schon das, was Béla Bartok ein Jahr später im Jahre 1936 prophetisch auf die Spitze trieb: das nervöse, beschleunigende Ticken der Kastagnetten in seiner "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Orchester" - wie der Countdown einer Zeitbombe, und bei Márai reden alle schon vom bevorstehenden Krieg.

Die Vorboten des Niedergangs zeichnen sich schon in der zweiten Ehe vom Vater des Scheidungsrichters ab. Seine Frau verließ ihn, der Grund bleibt im Dunkel. Der Vater hat das nie verwunden, die Frau, in ihrer neueingegangenen Ehe niemals glücklich, starb verfrüht. Christoph Komüves' Ehe war glücklich - an der Oberfläche. Aber warum er sich in den Kreis seines Familien - und Berufslebens zurückzog und gehemmt war, sich seiner Frau körperlich zu nähern, damit wollte er sich nicht auseinandersetzen.

Der Höhepunkt des Romans setzt ein, wenn sein Jugendfreund Imre Greiner am Vorabend seiner Scheidung in Kömüves' Wohnung auftaucht und beichtet, er habe seine Frau getötet. Hier beginnt die Spannung. Die ersten 10 Kapitel dienen zur Vorbereitung, zu sehr langgezogen, als wollte Márai auf diese Weise die gesellschaftlichen Veränderungen noch aufhalten und Christoph Komüves bekam schon Schwindelanfälle und grübelte, ob sich diese Gesellschaft überhaupt zu bewahren verdiene. Ein Roman mit psychologischem Verstand, aber leider nicht sehr originell, dass der Schluss des Romans teilweise schon zu anfangs verraten wird. Gott sei Dank nur ein Bruchteil. So werde ich gerne versöhnlich und bewundere Márais prophetische Kraft. Die Gesellschaft damals zeigt Parallelen mit der unseren.

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