Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Die Nacht der Wassermelonen
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Die Nacht der Wassermelonen [Gebundene Ausgabe]

Daniel Wallace , Maria Andreas
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 246 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (20. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821809493
  • ISBN-13: 978-3821809496
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.302.052 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sie ist jung, schön, und sie verströmt eine Aura von Sinnlichkeit und Verführung. Als Lucy Rider an einem heißen Sommertag in der kleinen Gemeinde Ashland aus dem Auto steigt, wissen alle, dass es mit der Ruhe des Ortes vorbei ist - nichts wird mehr so sein wie zuvor. Viele Jahre später kommt ein junger Mann nach Ashland, der nichts über seine Eltern weiß - nur, dass er an dem Tag hier geboren wurde, als seine Mutter Lucy starb. Er beginnt Fragen zu stellen, und er erfährt alles über ein Festival, bei dem Jahr für Jahr mit einem Fruchtbarkeitsritual das Ernteglück beschworen wurde - bis seine Mutter das Ritual zerstört hat ...

Auszug aus Die Nacht der Wassermelonen von Daniel Wallace, Maria Andreas. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ein paar Meilen nach der Abfahrt von der Schnellstraße tauchte sie auf, die Stadt; hinter einem langgestreckten, dichten Kiefernwald ragten ihre Dächer und Kirchtürme hervor. An der Stadtgrenze stand in einsamem Verfall eine aufgelassene Tankstelle aus Gasbetonsteinen, die altmodischen Zapfsäulen braun vor Rost; aus den Rissen im Betonboden wuchsen die Grasbüschel wie aus weicher Erde. Die Tür zum Kassenraum fehlte, und obwohl der Tag strahlend hell war, sah es drinnen düster und gespenstisch aus; bis auf die Wände war alles herausgerissen. Ich versuchte mir vorzustellen, wie sie an ihrem allerersten Tag an dieser Tankstelle Halt gemacht hatte, damals vor neunzehn Jahren, wie sie an den Zapfsäulen vorfuhr und auf den bäurischen Typen im ölverschmierten Overall wartete, der sich die Finger an einem schmutzigen gelben Lumpen abwischte und dann mit der Hand die Augen gegen das grelle Licht abschirmte.


Ihre rötlichbraunen Haare waren mit einem Tuch zurückgebunden, in ihrem sommersprossigen Gesicht blitzten grüne Augen. Sicher ließ sie für den Mann ihr Lächeln aufstrahlen - das Attraktivste an ihr, wie mir jemand erzählte. Doch dieses Bild verblaßte gleich wieder. Ich konnte sie mir noch nicht richtig vorstellen, sie noch nicht als Mensch aus Fleisch und Blut lebendig werden lassen.


Nehmen wir trotzdem einmal an, sie stieg aus, während der Wagen vollgetankt wurde, und ging um die Ecke zur Damentoilette. Auch hier gab es jetzt keine Türen mehr, da war nur die Kloschüssel, der angelaufene Spiegel, das Waschbecken. Seltsamer Gedanke, daß der Spiegel vielleicht einmal ihr Gesicht gezeigt hat so wie
jetzt meines. Besäßen Spiegel ein Gedächtnis und wäre in der Lage, ihre gespeicherten Bilder wieder aufzurufen dann könnte ich jetzt mein Gesicht neben ihres halten und nach Ähnlichkeiten forschen - worin wir glichen, worin nicht: Haare, Mund, Augen, Kinn. Doch auch ohne einen solchen Vergleich erkannte ich unsere Gemeinsamkeit: Keiner von uns beiden hatte die leiseste Ahnung, was geschehen würde.


Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Samen einer Jungfrau 28. Februar 2004
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Thomas ist achtzehn und besucht seine Geburtsstadt Ashland, die "Hauptstadt der Wassermelonen". Er will wissen, wo er herkommt, seine Mutter ist bei der Geburt gestorben und Thomas wuchs bei dem Großvater auf.

Jeder in Ashland weiß etwas über Lucy Ryder und darüber, wie sie in der kleinen Stadt das Unterste nach Oben kehrte. Und vor allem, wie sie die Wahl des Melonenkönigs verhinderte. Denn jedes Jahr wurde in Ashland ein junger Mann, der Jungfrau sein musste, zum König gewählt, mit einem Zepter aus einer Melonenschale und wurde am Abend auf den Melonenfelder entjungfert, um die Fruchtbarkeit der Felder zu sichern.

Daniel Wallace mischt mythisches mit realem, stellt uns zahlreiche Personen vor, aber hat am Anfang immer wieder Mühe, den Leser zu fesseln. Zu sehr wirkt die Geschichte wie ein Skelett. Erst ab der Hälfte zieht sie einen in Bann, dann aber gründlich. Und am Schluss versöhnt er den Leser, der eifrig hin und her blättert, um alle die Verbindungen herzustellen, die den Schluss wieder mit dem Anfang verbinden.

So ist es auch der Schluss, der mich vier Sterne vergeben lässt, denn am Anfang ruckelt die GEschichte doch manchmal arg. Trotzdem lesenswert wegen der wundervoll-tragisch-mythischen Auflösung.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
Lang lebe der König! 6. Juni 2011
Ashland, Alabama ' die personifizierte Südstaaten-Kleinstadt: heiß, engstirnig und geheimnisvoll. Was früher die Hauptstadt der Wassermelonen war, ist heute nichts weiter als eine Erinnerung; die einst weltbekannten Melonenfelder sind verdorrt, Stadt und Menschen stehen still und die Tradition, die Identität Ashlands, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Doch das war nicht immer so. Vor 19 Jahren war alles noch, wie es immer war und immer bleiben sollte: die Menschen waren glücklich, die Sommer fantastisch und die Bürger der Stadt feierten jedes Jahr ihr Wassermelonenfest. Ashland war nicht irgendeine Stadt, sie hatte eine einzigartige Kultur, einen einzigartigen Mythos, Ashland war etwas Besonderes: die Welthauptstadt der Wassermelonen. Zumindest war sie es, bis eine Fremde in die Stadt kam, die alles verändern sollte. Als Lucy Rider in einem luftigen Sommerkleid und mit heruntergelassenen Fenstern in der Stadt hielt, um sich um ein paar der Immobilien ihres Vaters zu kümmern, war dies der Anfang vom Ende. Sie ließ sich für einige Zeit in der Stadt nieder und hatte keine Eile, nachhause zurückzukehren. Lucy Rider war von einer Schönheit, wie sie in Ashland nicht anzutreffen war, sie trug Kleider, die es in Ashland nicht zu kaufen gab und sie tat Dinge, die man in Ashland nicht tat. Selbst wenn es ihr gelang, über die Doppelmoral und die Engstirnigkeit der Einwohner Ashlands hinwegzusehen, so war sie doch außerstande den archaischen und unmenschlichen Ritus zu akzeptieren, der den Kern des Wassermelonenfestes darstellte: Die Krönung des Wassermelonenkönigs. Mit einer List erreichte Lucy zwar ihr Ziel, doch wurde sie von nun an von der gesamten Stadt geschnitten und steuerte unweigerlich auf die Tragödie zu: den Tag der Geburt ihres Sohnes, der gleichzeitig auch der Tag ihres eigenen Todes war.
Daniel Wallace erzählt uns die Geschichte des 18jährigen Thomas Rider, welche sich nicht nur auf die Suche nach seiner Vergangenheit macht, sondern auch versucht, seine eigene Identität unterwegs zu finden. Aufgewachsen bei seinem Großvater, der eine gute Geschichte stets der Wahrheit vorzog, und einer Frau, die er Anna nennt, weiß er nicht viel über sich oder seine Eltern ' nur, dass seine Mutter einst für einige Zeit in Ashland gelebt hat, er dort geboren und sie dort gestorben ist. Also macht er sich auf den Weg in die ehemalige Welthauptstadt der Wassermelonen. Auf der Suche nach der Wahrheit wird er ' entgegen aller Erwartungen ' mit offenen Armen empfangen. Denn die Einwohner Ashlands glauben an die Erfüllung eines Schicksals ' lang lebe der König.
Wallace gelingt mit seiner clever-aufgebauten Generationengeschichte nicht nur ein feinfühliges Portrait einer vom Unglück geschundenen Familie, sondern auch ein Blick in die kindliche und verletzliche Seele der Kleinstädte, denen wir irgendwie alle entstammen. Hinter der Geschichte steckt viel mehr als eine provinzielle Südstaatenstory; es geht um den Umgang mit Verlust, den Umgang mit der Wahrheit und den Umgang mit allem, was passiert ist. 'Die Wahrheit ist wie ein Fisch [']. Sie flutscht einem ständig durch die Finger. Deshalb strengen wir uns erst gar nicht groß an, und amüsieren uns über die Idioten, die's versuchen und sich dabei mächtig naß spritzen.' (S. 15.). Wallace erzählt ' wie auch in seinem berühmten und von Tim Burton verfilmten Debut 'Big Fish' ' mit viel Witz und Magie und schafft so etwas, was den Wenigsten gelingt: er macht aus einer realen und tragischen Geschichte voller Zweifel und Konflikte das, was Kleinstadtbürger wohl als eine Legende bezeichnen würden.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar