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Die Nacht der Unschuld
 
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Die Nacht der Unschuld [Taschenbuch]

Tahar Ben Jelloun , Tahar BenJelloun , Tahar Ben Jelloun
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 7., Aufl. (1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499129345
  • ISBN-13: 978-3499129346
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 448.208 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Nacht der Unschuld
OT La nuit sacréeOA 1987 DE 1988 Form Roman Epoche Moderne
Die Nacht der Unschuld setzt den zwei Jahre zuvor veröffentlichten Roman Sohn ihres Vaters (1985) fort und variiert die darin aufgegriffenen Themen, etwa die Emanzipation der Frau, die Verletzungen der Kindheit, die Kraft der Träume, die Problematik des Erzählens und der Identitätsfindung, die Entdeckung der Sexualität sowie die soziale Gewalt.
Inhalt: Zahra, die achte Tochter ihres Vaters, musste wie ein Sohn aufwachsen. Nach dem Tod ihres Vaters in der Nacht auf den 27. Tag des Ramadan, in der islamischen Nacht der Bestimmung, beginnt für Zahra ein neues Leben als Frau. Ihre Emanzipation stellt sich als eine Serie sexueller Abenteuer dar, die dezent beginnt und in enthemmter Leidenschaft endet. Mit einem Blinden entdeckt Zahra schließlich die Weite ihrer Sinnlichkeit und Sexualität, doch wird das Glück von einem Gefängnisaufenthalt unterbrochen. Wieder in Freiheit, findet Zahra ihren Geliebten im Süden des Landes wieder, wo er wie ein Heiliger verehrt wird.
Stil: Der Roman wird aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur als Rückblick auf ihr Leben erzählt. In die Handlung mischen sich Traumszenen, die manchmal klar als solche gekennzeichnet sind, manchmal mit der erzählten Wirklichkeit verschwimmen. Eine erotische Begegnung im Dampfbad lässt sich zum Beispiel weder der Traumebene noch der Haupthandlung eindeutig zuordnen.
Diese erzählerische Mehrdeutigkeit ist typisch für die Literatur von Ben Jelloun, die auch von stilistischen Verschachtelungen und zeitlichen Verschiebungen geprägt ist. Der Autor hebt die realistische Erzählweise nach dem Muster orientalischer Märchen, der fantastischen Literatur und einer assoziativen Schreibweise auf. Seine Vorbilder sind James R Joyce, Jorge Luis R Borges und Friedrich R Nietzsche, dessen Vernunftkritik im französischen Originaltitel von Die Nacht der Unschuld anklingt. Zugleich erweist sich Ben Jelloun als Meister des Selbstzitats, der »Réécriture« und Intertextualität, indem er eigene und fremde Texte collagiert, wiederholt und verfremdet.
Wirkung: Die Nacht der Unschuld löste eine heftige Diskussion darüber aus, ob sich die weibliche Hauptfigur tatsächlich emanzipiert, ob sie ihre sexuelle Befreiung aktiv erlebt oder nur weiter in den patriarchalen Klischees von der sexuellen Verfügbarkeit von Frauen verharrt. Gleichwohl wurde die Emanzipation nicht nur aus diesem Aspekt heraus erörtert, sondern auch als Beispiel für die Unterdrückung des marokkanischen Volks durch Frankreich im Einzelnen und des Maghreb im Ganzen gesehen: Die Nacht der Unschuld wurde als politische Parabel gelesen, die die Etappen der Entkolonisierung umschreibt.
Die Verleihung des renommiertesten französischen Literaturpreises, des Prix Goncourt, an Ben Jelloun für seinen Roman Die Nacht der Unschuld steigerte erheblich den Marktwert der maghrebinischen Literatur französischer Sprache und führte zu einer verspäteten Anerkennung marokkanischer und vor allem algerischer Autoren, deren Werke im Folgenden in ganz Europa zunehmend Beachtung fanden. Die Preisverleihung 1987 setzte zudem ein politisches Signal, da sie zu Zeiten heftiger Auseinandersetzungen zwischen Franzosen und Einwanderern aus dem Maghreb erfolgte. M. L.

Kurzbeschreibung

Zahra, die achte Tochter ihres Vaters, musste wie ein Sohn aufwachsen. Nach dem Tod ihres Vaters in der Nacht auf den 27. Tag des Ramadan, in der islamischen Nacht der Bestimmung, beginnt für Zahra ein neues Leben als Frau. Ihre Emanzipation stellt sich als eine Serie sexueller Abenteuer dar, die dezent beginnt und in enthemmter Leidenschaft endet. Mit einem Blinden entdeckt Zahra schliesslich die Weite ihrer Sinnlichkeit und Sexualität, doch wird das Glück von einem Gefängnisaufenthalt unterbrochen. Wieder in Freiheit, findet Zahra ihren Geliebten im Süden des Landes wieder, wo er wie ein Heiliger verehrt wird. Stil: Der Roman wird aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur als Rückblick auf ihr Leben erzählt. In die Handlung mischen sich Traumszenen, die manchmal klar als solche gekennzeichnet sind, manchmal mit der erzählten Wirklichkeit verschwimmen. Eine erotische Begegnung im Dampfbad lässt sich zum Beispiel weder der Traumebene noch der Haupthandlung eindeutig zuordnen. Diese erzählerische Mehrdeutigkeit ist typisch für die Literatur von Ben Jelloun, die auch von stilistischen Verschachtelungen und zeitlichen Verschiebungen geprägt ist. Der Autor hebt die realistische Erzählweise nach dem Muster orientalischer Märchen, der fantastischen Literatur und einer assoziativen Schreibweise auf. Seine Vorbilder sind James R Joyce, Jorge Luis R Borges und Friedrich R Nietzsche, dessen Vernunftkritik im französischen Originaltitel von Die Nacht der Unschuld anklingt. Zugleich erweist sich Ben Jelloun als Meister des Selbstzitats, der >>Réécriture<< und Intertextualität, indem er eigene und fremde Texte collagiert, wiederholt und verfremdet.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gesellschaftszwang, Freiheit, Gefühle, 5. Juli 2007
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht der Unschuld (Taschenbuch)
Ben Jelloun erzählt die Geschichte einer jungen Frau, welche bis zum Tod ihres Vaters die Rolle eines Sohns spielen musste, da der Vater bis dahin nur Töchter hatte, dies in einem Land mit islamischer Tradition. Erst am Todestag entlässt der Vater die Tochter in ihre "Fraudasein".

Die Frau setzt sich nun von ihrer Familie ab, versucht die Vergangenheit zu vergessen und in Freiheit zu leben.

Sie macht die Bekanntschaft einer Badehausaufseherin und deren blindem Bruder, in den sie sich verliebt. Die Aufseherin wühlt jedoch in der Vergangenheit der Frau, macht einen ihrer Onkel ausfindig. Vom Onkel bedroht erschiesst die Frau diesen und kommt ins Gefängnis.

Hier wird sie erneut von ihren Schwestern verurteilt, welche sie zudem noch brutal misshandeln. Am Ende erlangt sie ihre Freiheit wieder und findet wieder zu dem blinden Mann zurück.

Ein Buch welches die Gesellschaftszwänge zeigt, sowie eine Person die diesen entfliehen möchte. Träume und Visionen der Frau werden in die Geschichte verwickelt und geben dem Buch etwas spezielles, geheimnisvolles.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kulturschock, 3. August 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht der Unschuld (Taschenbuch)
Obwohl das Buch auch langgezogende und dadurch etwas langweilige Stellen hat, ist es sehr fesselnd. Der Autor beschreibt die Geschichte einer jungen Frau die unter der Obhut des Vater als Junge aufgewachsen ist und nun, da der Vater im Sterben liegt, ihre einge, für sie neue, Identität und Freiheit erlangt. Sie verlässt ihre Familie und kommt in ein Dorf, wo sie als Hausmädchen für einen blinden Mann wird, der eine etwas verworrende Beziehung mit seiner Schwester führt, und verliebt sich schließich in ihn. Doch das Liebesglück wird durch die eifersüchtge Schwester zerstört... Der Autor nimmt auch bei den ungewöhnlichsten und grausamsten Szenen keine Blatt vor den Mund und sagt dieses alles doch durch die "Blume" hindurch. Ein sehr schön zu lesen Buch, auch wenn es sich an einigen Stellen etwas hinzieht...
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5.0 von 5 Sternen Noch besser als das Vorgängerbuch, 4. Januar 2009
Von 
Tobias Stephan "psycho-leipzig" (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht der Unschuld (Taschenbuch)
Im Vorgängerbuch "Sohn ihres Vaters" wird die Geschichte Ahmets erzählt. Eigentlich ein Mädchen, wird sie von ihrem Vater, welcher gekränkt dadurch ist, nur Töchter zu haben, als Sohn groß gezogen. In "Die Nacht der Unschuld" wird Ahmet selber zum Erzähler und berichtet, wie ihr Leben nach dem Tod des Vaters weitergegangen ist.

Alle Begegnungen, alle schönen und schicksalhaften Erfahrungen spiegeln letztlich ihre Suche nach Identität und den Wunsch nach Vergessen wider. Ist es möglich, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen? Ist es möglich, einfach als "neuer Mensch" noch einmal anzufangen? Diese Fragen behandelt Tahar Ben Jelloun in diesem Roman auf einfühlsame Weise. Weniger die Handlung steht im Vordergrund als das Innenleben Ahmets und seine Suche nach Glück. Das Buch gefällt mir so insgesamt noch etwas besser als "Sohn ihres Vaters". Es ist gut lesbar und mitreißend.
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