In Warschau wird 1942 eine polnische Prostituierte bestialisch ermordet. Die Tatsache, dass die junge Dame auch als deutsche Agentin im Einsatz war, ruft den Abwehrdienst in Person von Major Grau (Omar Sharif) auf den Plan. Augenzeugen beschreiben, wie ein deutscher General den Tatort verlassen hat. Für die Tatzeit haben drei hochrangige Offiziere kein Alibi und Major Grau versucht, diese vorsichtig zu vernehmen. Nicht ganz zufällig wird Grau kurze Zeit später befördert und nach Paris versetzt, noch bevor er das Verbrechen aufklären kann.
Zwei Jahre später, kurz vor dem 20. Juli 1944, kommt diesmal eine französische Dirne auf grausame Weise zu Tode. Jene drei Herren befinden sich wiederum allesamt in Paris. Oberstleutnant Grau sieht diesmal seine Stunde gekommen und ermittelt General Tanz (Peter O'Toole) als Hauptverdächtigen der beiden Morde. Er sucht diesen in seiner Dienststelle auf und will ihn zur Rede stellen. Derweil überschlagen sich die politischen Ereignisse: In Rastenburg wurde ein Attentat auf den Führer verübt, die Lage ist immer noch unklar...
Der mit Weltstars gespickte Streifen (u.a. sind noch Christopher Plummer als Generalfeldmarschall Rommel, Philippe Noiret als Inspektor Morand, Donald Pleasence als General Kahlenberg zu sehen) hat den interessanten Plot eines Kriminalfilms vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Die Protagonisten spielen großartig, hervorzuheben ist dabei die Darstellung des sadistischen und geistesgestörten General Tanz durch Peter O'Toole. Allerdings gehört der Film aufgrund einiger Schwächen nicht in die erste Kategorie der Hollywoodklassiker. Die Figur des deutschen Abwehroffiziers Grau beispielsweise ist seltsam fixiert auf die Aufklärung der Morde - selbst am Vorabend des Durchbruchs der Westalliierten. Mit fast eingraviertem Grinsen bringt ihn so gar nichts aus der Fassung, nicht einmal der bevorstehende Umsturzversuch durch das geplante Hitlerattentat scheint ihn zu überraschen. Seine Intelligenz und seine Überlegenheit passen so gar nicht zu der Tatsache, dass er einem mutmaßlichen skrupellosen Schwerverbrecher völlig arglos gegenübertritt. Die Operation Walküre -deren Bedeutung ja wohl nicht zu leugnen ist- erscheint wie eine Randnotiz in einem mäßig spannenden Kriminalfilm. Die Tatsache, dass die Geschichtsforschung heute einen ganz anderen Blick auf Generalfeldmarschall Rommel hat, kann man nicht als Manko werten, da der Film eben den Kenntnisstand von 1966 abbildet, auch wenn heute klar ist, dass Rommel keineswegs einer der führenden Köpfe der Verschwörung des 20. Juli war, ja nicht einmal Teil des Komplotts gegen Hitler. Zu groß war seine Verehrung bis hin zum Tode.