...Jan Landers, der aufgehende Stern unter den Nachrichtensprechern, glaubt dass nur noch das weiterhelfen kann, als er im "Troika" bis zum Augenstillstand bechert. Grund genug dazu hat er. Aber ob das hilft? Ganz bestimmt nicht! Ein Tagesschausprecher aus dem Osten, der kurz davor ist die Tagesthemen zu übernehmen, sollte sich anders zu helfen wissen.
Hamburg, wir schreiben das Jahr 1996. Die Fußball-WM steht kurz bevor. Jan Landers hat es geschafft. Normalerweise braucht ein Nachrichtensprecher sieben Jahre um berühmt zu werden. Landers ist da eine Ecke schneller. Der Beriner Junge ist das berühmteste Beispiel, wenn es darum geht, dass auch Menschen aus dem Osten im Westen der Republik Karriere machen können. Doch kurz bevor Landers den Nachrichten-Ritterschlag erhält, klingelt sein Telefon. Ein Unbekannter spricht ihn auf seine Stasi-Vergangenheit an. Kurze Zeit später interessiert sich auch die eiskalte Spiegelredakteurin Theyssen und der versoffene Brandenburger Lokalreporter Raschke für Landers IM-Vergangenheit. Das Problem für Landers ist: Er weiß nichts davon, jemals für die Stasi gearbeitet zu haben.
So verliert Landers seinen Job, weiß nicht mehr, ob er sich für die reiche Brauer-Tochter Margarethe oder Ilona entscheiden soll, kommt in Konflikte mit seinen Eltern und versteht die Welt nicht mehr. Währenddessen beginnt zwischen den Reporten ein Kampf um Landers Akten, der gnadenlos und skurril ist. Sollte es am Ende doch keiner aus dem Osten geschafft haben?
Keine Angst, Jan Josef Liefers wird ihnen die Aufklärung der Geschichte liefern. Liefers, selbst gebürtiger Dresdener, macht das mit der gewohnten Klasse bei seinen Hörbuchauftritten. Er liest mit Esprit und hat alle Charktere und die entsprechenden Dialekte sicher auf Tasche. Ein absolutes Highlight ist seine Präsentation des Reporters Thomas Raschke.
Alexander Osang hat mit -Die Nachrichten- einen zum Teil autobiografischen Roman abgeliefert. Osang wuchs in der DDR auf, war SED-Mitglied. Nach der Wende arbeitete er bei der Berliner Zeitung und dem Spiegel. Er weiß also genau, wovon er schreibt und hat die damaligen Verhältnisse einerseits hervorragend getroffen, sie aber auch mit einer Menge Witz und Lokalkolorit angereichert.
Einziger kleiner Mangel des Hörbuchs ist, dass man dem Text an einigen Stellen die gekürzte Fassung anmerkt, da bemerkbare Sprünge in der Story vorhanden sind. Ansonsten ist -Die Nachrichten- sehr gute Hörbuchunterhaltung mit einem vortefflichen Vorleser.