Dieser neueste Teil der Reihe um Siggi Baumeister ist ein echtes Highlight der ohnehin schon wirklich tollen und mitreissenden Krimireihe: Siggis Freund, der pensionierte Mordermittler Rodenstock hatte im letzten Band "
Mond über der Eifel" einen Schlaganfall. Er hat überlebt, aber nun sitzt er im Rollstuhl, spricht nicht, ausser um alle, die ihm nahestehen zu beleidigen, lässt keinen an sich heran. Das macht auch Siggi und Rodenstocks Frau Emma fertig.
Für die beiden ist es ein echter Lichtblick als in derselben Nacht Werner - ein alter Freund Siggis- und Emmas verwöhnte Nichte Jennifer bei Siggi Asyl suchen.
Da wird Claudio Bremm ermordet, Topmanager der zwielichtigen Nürburgring GmbH, die auf eine spektakuläre Pleite mit reichlich Steuerzahler-Millionen zusteuert. Kurz darauf wird ein Bauer, der gegen die GmbH prozessiert hatte erschossen, ein anderer Bauer wird überfallen und verschwindet spurlos.
Klar, dass es Rodenstock da nicht mehr in seinem Rollstuhl hält, und auch Siggi ist plötzlich mitten drin in einer Atmosphäre aus Wut, Hass und Verzweiflung die sich bei den Eiflern angesichts der Machenschaften der GmbH breitgemacht hat.
Wie gesagt, ein toller Krimi aus der "Baumeister" Reihe. Super atmosphärisch und mitreissend geschrieben. Obwohl der Krimi jetzt im Juni erschienen ist, fühlte ich mich sofort in das nasskalte, windige Novemberwetter in der Eifel versetzt, in dem dieser Krimi spielt, und das so perfekt zur Handlung und zu den Gefühlen der Menschen passt. Dieser Krimi ist düster, ohne depressiv zu sein. Komplex, ohne anstrengend zu sein.
Perfekt um mit heißem Tee und dicken Socken auf dem Sofa eine Erkältung auszukurieren. Perfekt auch, um sich klar zu machen das trotz aller persönlicher Widrigkeiten - sei es durch Krankheit, wie bei Rodenstock oder wirtschaftlichen und sozialen Absturz wie bei Werner - das Leben einfach weitergeht, und ständig neu gelebt werden kann.