Das schmale Bändchen ist ein Kurzroman oder eine Novelle, wie sie in der heutigen russischen Literatur häufig anzutreffen sind. Zwei Kinder, der eine, Bachatow, ein Sabbernder mit verbeultem Schädel und von sehr geringem Intellekt, der andere, Gloster, mit einem Buckel, werden im Kinderheim Freunde. Sie wachsen unter katastrophalen Verhältnissen in einem Internat für geistig zurückgebliebene auf. Nach der Perestroika, als die Verhältnisse für staatliche Einrichtungen immer desolater werden, werden sie in die Stadt entlassen. Dabei geraten sie zuerst in die Hände eines Kriminellen, der ihre Ahnungslosigkeit und die besonderen Fertigkeiten Glosters, er ist derjenige, der die Geschichte erzählt, dazu benutzt um Einbrüche auszuführen. Die Liebe zur Musik, und ein grosses Talent, führen Gloster (der Bucklige) in eine Aufnahmeprüfung für Musikstudenten. Sein Vorspiel auf dem Klavier lässt einen Mäzen aufhorchen. Er engagiert Gloster. Und während Gloster nun eine Karriere als Konzertpianist beginnt, arbeitet Bachatow als Klempner. Bei einem Wettbewerb in Bologna, versagt Gloster die Inspiration, sein Spiel bleibt mechanisch. Irgendetwas ist passiert. Als er in Russland wieder ankommt, erfährt er, daß Bachatow in einem Anfall einen Menschen brutal niedergemetzelt haben soll und seitdem unansprechbar ist. Zu spät kommt Gloster in der Anstalt an, in der Bachatow zur Sicherheitsverwahrung untergebracht ist. Bachatow ist in der Zwischenzeit verstorben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit der Asche des geliebten Freundes, seines Alter Egos zurück ins ehemalige Internat zu reisen, um sie dort beizusetzen.
Wie eine gogolsche Novelle schildert das schmale Büchlein von 128 Seiten die Zustände im heutigen Russland. Die desolaten staatlichen Einrichtungen, die Verelendung der Ärmsten, Neureiche die sich zu Herrschenden aufschwingen und für die die Kultur eine Art Freakshow ist.
Das Buch ist rasant geschrieben, 'Ohne Hoffnung und ohne Angst'.