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Die Nägel
 
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Die Nägel [Gebundene Ausgabe]

Michail Jelisarow , Hannelore Umbreit
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Reclam, Leipzig; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3379008036
  • ISBN-13: 978-3379008037
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 400.326 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine beispiellose Freakshow, bei der man sich am Ende fragt, wer jetzt eigentlich die wahren Außenseiter sind -- das ist, kurz gesagt, der Inhalt des fulminanten Debütromans Die Nägel des jungen Russen Michail Jelisarow. Der Kurzroman erzählt von den beiden Findelkindern Gloster und Bachatow, die aufgrund körperlicher Anomalitäten -- Gloster trägt einen gewaltigen Buckel mit sich herum, Bachatow ziert ein deformierter, "verbeulter" Schädel -- in einem Heim für geistig zurückgebliebene Kinder aufwachsen. Die beiden "zum Spaß bei den Blöden" untergebrachten Jungen werden Freunde, natürlich, und entwickeln eigene Strategien, um der unerträglichen Debilität um sie herum und der grenzenlosen Brutalität der Pfleger etwas entgegenzusetzen: Gloster spielt den ewig lachenden Schwachkopf, und Bachatow reagiert sich im Nägelkauen ab, das für ihn bald zu einem Ritual des Selbstschutzes wird, aus dem er geheimnisvolle Kräfte zu gewinnen glaubt.

Aus Glosters Perspektive erzählt, schildert uns der Roman auf kurzen 120 Seiten in groben Pinselstrichen den Werdegang der beiden "Zwillinge": Wie sie zunächst die zermürbenden Jahre im Heim hinter sich bringen (und dabei allerlei kaum erträgliche Grausamkeiten über sich ergehen lassen müssen), wie sie dann auf die "echte" Welt losgelassen werden, in der sie sich nicht zurechtfinden und übel ausgenutzt werden, wie dann jeder von ihnen seinen Weg findet (Bachatow als Heizungsmonteur, Gloster als genialer Pianist mit einem Manager, der sich auf menschliche Monstrositäten spezialisiert hat und neben ihm noch einen taubstummen Ringer vermarktet), wie das Leben der beiden Unzertrennlichen schließlich in die denkbar größte Katastrophe mündet -- all das bekommen wir in einem atemberaubenden Tempo, in höchst lakonischster Sprache und mit der größten Portion schwarzen Humors serviert.

Ohne jede moralische Triefigkeit führt Jelisarow uns in eine Welt der Außenseiter hinein, die zwar schräg und abstrus, deshalb aber nicht minder real ist und glaubhaft in der Gegenwart der russischen Übergangsgesellschaft angesiedelt ist. Die Nägel ist ein deutlich in der russischen Erzähltradition etwa eines Gogol verwurzelt, dabei aber doch ein ungeheuer moderner, teilweise fast comic-hafter Schelmenroman, der in lässigem, trockenem Plauderton und dabei doch mit faszinierender Eindringlichkeit die Abgründe einer doppelbödigen Welt aufzeigt. Ein großartiges Debüt, das auf mehr hoffen lässt! --Christoph Nettersheim

Kurzbeschreibung

Die beiden Findelkinder Gloster und Bachatow, der eine bucklig der andere für debil erklärt, wachsen in einem Internat für geistig Behinderte auf. Schwer misshandelt von Pflegern und der Heimleitung spielt der eine den Dümmling und der Andere überlebt dank seines ritualartigen Nägelknabberns. Doch bald hört man nichts mehr von Bachatow. Hat Ihn jemand bei seinem Zauberritual gestört? Hat Bachatow einen Mord beganngen?
Doch auch er stirbt auf mysteriöse Weise.
Um das Rätsel von Bachatows Ende zu lösen, kehrt Gloster ins Internat zurück, wo ihre Freundschaft begann.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Außergewöhnliche Literatur 19. Februar 2005
"Die Nägel" ist der einzige auf Deutsch erschienene Roman von Michail Jelisarow und ich hoffe, es kommen noch weitere Bücher von ihm auf den deutschen Buchmarkt.
Mit "Die Nägel" hat er ein literarisch sehr hochwertiges und spannendes Buch vorgelegt, daß einen auf seinen 128 Seiten nicht mehr losläßt.
Selten sind Autoren in dieser Form mit den Auswirkungen von Behinderungen umgegangen, wie Jelisarow es in diesem Roman schafft. Er läßt aus ihnen im Gegensatz zu vielen Werken nämlich "normale Menschen" werden und man vergißt rundherum, daß sie eigentlich anders sind, als andere.
Ein rundum gelungener Kurzroman, der voller Ideenreichtum steckt und einen vom Gruseln zum Lachen bringt. Das Ende ist äußerst stark und drängt den Leser fast dazu, dieses Buch ein weiteres Mal zu lesen, um noch meher Details festzustellen.
Rundum empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ohne Hoffnung ohne Angst 2. April 2011
Das schmale Bändchen ist ein Kurzroman oder eine Novelle, wie sie in der heutigen russischen Literatur häufig anzutreffen sind. Zwei Kinder, der eine, Bachatow, ein Sabbernder mit verbeultem Schädel und von sehr geringem Intellekt, der andere, Gloster, mit einem Buckel, werden im Kinderheim Freunde. Sie wachsen unter katastrophalen Verhältnissen in einem Internat für geistig zurückgebliebene auf. Nach der Perestroika, als die Verhältnisse für staatliche Einrichtungen immer desolater werden, werden sie in die Stadt entlassen. Dabei geraten sie zuerst in die Hände eines Kriminellen, der ihre Ahnungslosigkeit und die besonderen Fertigkeiten Glosters, er ist derjenige, der die Geschichte erzählt, dazu benutzt um Einbrüche auszuführen. Die Liebe zur Musik, und ein grosses Talent, führen Gloster (der Bucklige) in eine Aufnahmeprüfung für Musikstudenten. Sein Vorspiel auf dem Klavier lässt einen Mäzen aufhorchen. Er engagiert Gloster. Und während Gloster nun eine Karriere als Konzertpianist beginnt, arbeitet Bachatow als Klempner. Bei einem Wettbewerb in Bologna, versagt Gloster die Inspiration, sein Spiel bleibt mechanisch. Irgendetwas ist passiert. Als er in Russland wieder ankommt, erfährt er, daß Bachatow in einem Anfall einen Menschen brutal niedergemetzelt haben soll und seitdem unansprechbar ist. Zu spät kommt Gloster in der Anstalt an, in der Bachatow zur Sicherheitsverwahrung untergebracht ist. Bachatow ist in der Zwischenzeit verstorben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit der Asche des geliebten Freundes, seines Alter Egos zurück ins ehemalige Internat zu reisen, um sie dort beizusetzen.

Wie eine gogolsche Novelle schildert das schmale Büchlein von 128 Seiten die Zustände im heutigen Russland. Die desolaten staatlichen Einrichtungen, die Verelendung der Ärmsten, Neureiche die sich zu Herrschenden aufschwingen und für die die Kultur eine Art Freakshow ist.

Das Buch ist rasant geschrieben, 'Ohne Hoffnung und ohne Angst'.
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