Mittlerweile bin ich wohl ein Fan von Daria Charon. Ich kaufe mir hier und da immer auch mal ein erotisches Buch, doch auf die Bücher von Daria Charon warte ich sehnsüchtig.
Nach ihrem Abstecher in orientalische Gefilde in "Flucht aus dem Harem" kehrt die Autorin nach Frankreich zurück und knüpft locker an ihren Erfolgsroman "Die Nichte der Marquise" an. Wissen aus dem Vorgänger wird dabei nicht vorausgesetzt, aber dennoch möchte ich das Buch hier jedem ans Herz lesen, da es meines Erachtens wirklich eine Referenz für niveauvolle Erotik ist.
Nun zu "Die Nächte der Aphrodite": Die beiden Nebenfiguren Elaine und Troy aus dem Vorgänger-Roman erhalten hier ihre eigene Geschichte, wobei die Autorin wieder auf den zwischenmenschlichen Konflikt setzt, um die Sache spannend zu machen. So finden die Figuren zwar recht rasch zueinander, müssen aber schon bald feststellen, dass sie wohl doch nicht so gut zueinander passen. Auf getrennten Wegen lernen die beiden, mit sich selbst und dem anderen umzugehen, wobei dem Leser ein opulentes Erotik-Stück am Hofe des schwulen Herzogs Henri geboten wird. Hier sticht vor allem die Entwicklung Elains vom unsicheren Bauernmädchen zur erotischen Zeremonienmeisterin hervor.
Mir gefällt es außerordentlich, dass die Autorin ihre Figuren auch mit Problemen und Mäkeln ausstattet und so für eine in diesem Genre eher untypische Tiefe sorgt. Auch die Geschichte, die bei Daria Charon immer eine Hauptrolle spielt, ist wieder hervorragend aufgebaut und bietet neben den erotischen Momenten auch krimihafte Ansätze. Im Gegensatz zu vielen erotischen Büchern, die lediglich eine Alibigeschichte für das sexuelle Treiben bieten, bekommt man hier einen richtigen Roman geboten, der sowohl mit seiner Geschichte, den Figuren, dem sinnlichen Stil als auch hocherotischen Passagen zu überzeugen weiß.
Ebenfalls ein Markenzeichen, das ich sehr zu schätzen weiß: Es gibt ein Happy End, das wirklich befriedigt. So wünsche ich mir das - und deshalb warte ich schon jetzt auf das nächste Buch von Daria Charon.