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Die Musik des Zufalls
 
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Die Musik des Zufalls [Taschenbuch]

Paul Auster , Werner Schmitz
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 15 (1. Dezember 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499133733
  • ISBN-13: 978-3499133732
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 145.318 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jim Nashe, ein Feuerwehrmann aus Boston, ist vom Pech verfolgt: seine Frau hat ihn verlassen, seine Tochter mußte er zu Verwandten geben. Als jedoch auch noch sein Vater stirbt, erbt er unerwartet zweihunderttausend Dollar. Kurz entschlossen kündigt er Job und Wohnung, kauft sich ein Auto und begibt sich auf eine ziellose Reise. Ein Jahr lang fährt Nashe wie unter Zwang durch die USA, läßt sich vom Zufall treiben und genießt eine zweifelhafte Freiheit. Als das Geld zur Neige geht, liest er einen Anhalter auf: Jack ("Jackpot") Pozzi, einen bankrotten Zocker aus der "internationalen Bruderschaft der streunenden Hunde". Die beiden haben nichts zu verlieren, und sie riskieren alles ...

Über den Autor

wurde am 3. 2.1947 als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden in Newark, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. 1971-74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich in Paris. Nach seiner Rückkehr in den USA nahm er einen Lehrauftrag an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer französischer Autoren (Blanchot, Bouchet, Dupin, Joubert, Mallarmé, Sartre) sowie als Herausgeber französischer Literatur in amerikanischen Verlagen. Paul Auster lebt in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Er erhielt Stipendien der National Endowment for the Arts (1977 für Lyrik, 1983 für Prosa), den France Culture Prix Etranger (1988) und den Morton Dauwen Zabel Award (1990).

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Kundenrezensionen

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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das Leben ist ein Pokerspiel, 31. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Musik des Zufalls (Taschenbuch)
Der Roman zeigt, wie sehr das Leben vom Zufall abhängt, und wie wenig es voraussehbar ist. Es erscheint wie ein Spiel, in dem jemand wahllos die Spielfiguren hin- und herzieht.

Nashe, Hauptfigur des Romans, ist ein sehr ruhiger gelassener Mensch, der die verschiedenen Situationen, die sich ihm bieten, hinnimmt, und sich ihnen anpaßt. Er hat keine Ziele und Wünsche, auf die er zugehen könnte. Er läßt sich treiben, ohne selbst die Initiative zu ergreifen. Als er am Anfang seiner Reise die falsche Highway-Auffahrt nimmt, fährt er einfach in eine andere Richtung weiter, anstatt zu wenden, und in der Richtung weiterzufahren, die er sich vorgenommen hatte. Im Gegensatz zu seinem neuen Freund Pozzi kommt er mit der schweren körperlichen Arbeit und der beinahe gefängnisartigen Situation bei Flower und Stone relativ gut zurecht. Hier sollen sie ihre Spielschulden abarbeiten, nachdem ihr Plan, Nashes letztes Geld im Poker-Spiel gegen die beiden etwas skurrilen Lotto-Millionäre zu vermehren fehlgeschlagen war. Nashe protestiert wesentlich später und sehr viel zaghafter gegen die ungerechte Behandlung, als Pozzi, der sich äußerst heftig dagegen wehrt. Pozzi fordert, ganz anders als Nashe, das Leben und das Glück heraus.

Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive Nashes erzählt. Durch Nashes passives Verhalten und die einfache, beinahe kommentarlose Erzählweise gewinnt der Leser Distanz zum Geschehen. Er fühlt sich als neutraler Beobachter der Geschehnisse. Diese Distanz wird intensiviert durch das Motiv der von Stone errichteten ³City of the World3. Durch das selbe Motiv erscheinen die Charaktere wie Spielfiguren. Der häufige Bezug zum Glücksspiel (Poker, Lotto) betont die Zufälligkeit des Ausgangs dieses Spiel, auf das die Charaktere nur wenig Einfluß haben.

Der Roman zeigt sehr deutlich, daß der Verlauf des Lebens nicht voraussehbar oder planbar ist. Anpassung, wie sie in der Figur Nashes dargestellt wird, kann ebenso zum Kontrollverlust führen, wie Pozzis herausfordernde Lebensweise. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Keine Musik - Nur Faszination., 9. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Musik des Zufalls (Taschenbuch)
Sozusagen ein Roadmovie. In Buchform. Es beginnt mit einem Fiasko und endet eigentlich auch in einem. Jim Nash ist ein Feuerwehrmann aus Boston, der vom Pech verfolgt wird. Schließlich verläßt ihn erst seine Frau und er muß seine Tochter zu Verwandten geben. Trotzdem hat er Glück. Sein Vater stirbt und er erbt zweihunderttausend Dollar. Mit dem Geld in der Tasche mutiert er zum Aussteiger, kauft sich ein Auto und beginnt eine ziellose Reise, die in mit ungewöhnlichen Charakteren und Aufgaben versieht. Er trifft Jack Pozzi, einen notorischen Spieler, der zudem genauso bankrott ist, wie Nash selbst. Die beiden haben nichts zu verlieren und sie riskieren alles, um ihr Leben zu fristen. Einiges geht schief dabei. Was, sollte jeder selbst lesen. Was zu sagen bleibt ist die Faszination dieses Auster - Werkes zu loben. Es ist schwerlich wegzulegen. Tiefpunkte gibt es nicht, ein Höhepunkt jagt den nächsten. Schwer hier bei Atem zu bleiben. Schlicht großartig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein Experiment, und ein bißchen mehr als das, 3. August 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Musik des Zufalls (Taschenbuch)
Jim Nashe ist Feuerwehrmann. Als alles mögliche schiefgeht, Nashe aber zweihunderttausend Dollar erbt, wird aus einem dreiwöchigen Urlaub der totale Ausstieg: Nashe kündigt seinen Job und ist dreizehn Monate lang im Auto unterwegs, kreuz und quer durch die Staaten. Kurz vor dem finanziellen Ende trifft er Jack Prozzi, genannt "Jackpot", einen jungen, schmächtigen Pokerspieler, soeben von einer erregten Spielerrunde zusammengeschlagen, mittellos. Nashe ergreift die Chance, hilft Prozzi auf die Beine und stellt die zehntausend Dollar - Nashes letztes Geld -, die "Jackpot" benötigt, um in einer bizarren Pokerrevanche gegen zwei Lottomillionäre antreten zu können. Das Spiel gegen die scheinbar kindischen Freunde verläuft anders, als erwartet; Nashe und Prozzi verlieren alles und mehr als das, und finden sich schließlich in einem gefangenschaftsähnlichen Arbeitsverhältnis: Sie müssen aus den zehntausend Steinen einer schottischen Schloßruine eine Mauer bauen, auf dem Grundstück der Millionäre. Womit die kuriosen Geschehnisse erst richtig beginnen ..

Auster beherrscht die bewundernswürdige Fähigkeit, situations- und/oder ideengetragene Romane schreiben zu können, um die Idee herum entwickeln zu können, so "klein" sie auch scheinen mag. Dabei entstehen mäßige Werke wie "Mr. Vertigo" oder "Leviathan", aber auch drastische, beeindruckende, wie "Im Land der letzten Dinge" und "Timbuktu". "Die Musik des Zufalls" steckt da irgendwie zwischendrin, vor allem, weil die Idee meines erachtens nicht funktioniert, das Experiment fehlschlägt: Dem Roman fehlt jegliche Motivation, jegliche Begründung des Handlungsbogens, er fußt auf der Reflexion des Protagonisten auf völlig willkürliche - zufällige - Geschehnisse, was ihn zwar höchst nachvollzieh- und verstehbar macht, als Lektüre allerdings etwas unbefriedigend. Es entsteht keine "Musik des Zufalls", sondern allenfalls Tonfolgen, die harmonisch klingen, aber keine Melodie entstehen lassen, und das Ende wäre vergleichbar mit einem Konzert, bei dem die Musiker einfach mittendrin die Bühne verlassen, und nicht einmal den Applaus abwarten. Nichtsdestotrotz ein interessantes Experiment, und deshalb durchaus lesenswert.

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