Ein typischer Sixties-Film für Jung und Alt: knallbunt (was bei Familie Munster eine Seltenheit ist), einfach erzählte Geschichte mit voraussehbarem Ende, ein wenig makaber, aber nie bös.
Der Handlungsfaden: Herman erhält ein Schreiben aus der Grafschaft Shroudshire; es handelt sich um ein Testament. Darin steht, dass er der Erbe eines Herrenhauses und somit neuer Lord Munster ist. Also packt Herman Kind und Kegel und fährt per Dampfer nach Europa. Angekommen in Good Old England lernen die Munsters sämtliche Macken und Tücken ihrer britischen Verwandtschaft kennen: Lady Effigy (blasiert mörderisch), Cousin Freddie (ein bizarr-infantiler Terry-Thomas; ulkig!) sowie Cousin Grace (Piranhalächeln). Dann gibt es da noch den verwachsenen Butler Cruikshank (Quasimodo mit Werwolfkoteletten) sowie den geheimnisvollen Drahtzieher allen Übels, the Griffin (psst!).
Grandpa und Herman stoßen in den Gewölben von Munster House auf ein kriminelles Geheimnis, und schließlich kommt es zu einem alles entscheidenden Autorennen. Absolut sehenswert: Herman im Marlon-Brando-Outfit mit Rockerjacke und Sargrennwagen (dem so genannten Drag-U-la). Ein weiterer Hingucker: das Familienauto Munster Koach, eine Mischung aus Kutsche und Leichenwagen.
Es gibt in "Munsters, Go Home!" (amerik. Originaltitel) zwar einige witzige Sager: Grandpa: 'No matter where you go in the world, you can always dig up one of our relatives', oder "I must ask Freddie where he gets his slime. It looks imported'. Im Großen und Ganzen sind die schwarz-weiß gedrehten Serienepisoden aber unterhaltsamer als der Leinwand füllende Farbfilm.
Keinesfalls die deutsche Synchronisation anhören! Die Stimmen tönen unpassend, der Humor blieb beim Übersetzen auf der Strecke. Ebenso stümperhaft sind die deutschen Untertitel. Aus Cousin Freddie wird "Onkel Freddie", aus Cavanaugh Munster ein "Kevin O'Munster", vulture pumps wird völlig witzfrei als "Gänsehaut" wiedergegeben, Shroudshire unlogisch zu Liechtenstein - und das "Made in Germany" als Anspielung auf Hermans Schöpfer Dr. Frankenstein kommt als "Er stammt aus Deutschland" tröge rüber.
Was noch auffällt: J.K. Rowling könnte den Film als Inspiration für ihre Harry-Potter-Figuren hergenommen haben, Indizien gibt es: Die Darstellerin von Aunt Effigy heißt Hermione Gingold (ein Katzensprung zu Hermione Granger), der rothaarige Butler Cruikshank findet sich in Hermiones rotfelligem Kater Crookshanks wieder, und der mysteriöse Griffin im Haus Gryffindor. Tja, auch kreativen Geistern sei ein Quantchen Abkupfern gegönnt.
Wer weniger detailverliebt ist, dem wird die "Gespensterparty" (trotz des unpassenden dt. Titels) gefallen. Der Film liegt irgendwo zwischen drei und vier Sternen.