Wer sich nicht vor Sandstürmen und wütenden Tuaregs fürchtet, wen selbst die zehn ägyptischen Plagen nicht schrecken, und wer sich auch nicht scheut, einer über dreitausend Jahre alten Mumie in die Augen zu schauen, der sollte das Buch zu einem der Filme des Sommers 1999 lesen. Doch halt, ganz so arg wird es nicht kommen. Die Sandstürme und die wütenden Tuaregs verziehen sich schon bald, und gar so schrecklich sind die nicht ganz biblischen Plagen ebenfalls nicht. Bleibt die Mumie. Allerdings regeneriert sich Imhotep, der Priester, der zu Un-Tod und zu einem Jahrhunderte, ja Jahrtausende währenden Mumien-Dasein verflucht ist, wieder. Auf Kosten einiger Amerikaner und eines Ägyptologen - wen stört das schon... Hätten wir die Verwandlung der Mumie nicht alle im Kino miterlebt, wir würden es nicht glauben, und schon gar nicht, daß es weniger Machtgelüste denn andere, sehr irdische Gelüste sind, die aus einer saftigen Mumie wieder einen mehr als ansehnlichen Mann machen. Da mag der Film dem Buch überlegen sein, das weitgehend nacherzählt, was die Leinwand in Bildern ausbreitet. Gerade jedoch das Buch verrät ein paar Details, die im Eifer des Special Effects-Gefechts untergehen oder sogar unerwähnt bleiben. Und so vermischen und ergänzen sich Buch und Film zu einer wunderschönen Phantasie über Romantik und das alte Ägypten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)