Ja, so ist es mit den Fortsetzungen: Geldgier frisst Anspruch. Und so haben wir mit diesem 3. Mumien-Actionabenteuer wieder so ein Beispiel dafür, dass man den Absprung verpasst und nur die Dollarzeichen in den Augen gehabt hat.
Handlung und Schauspielkunst haben in diesem Mumien-Haudrauffilm gänzlich an Bedeutung verloren. Das Prinzip in den ersten beiden Teilen, Actioneinlagen mit netter Komik und coolen Sprüchen zu verbinden und dadurch jenen Filmen einen Stempel aufzudrücken, hat sich im dritten Teil nun endgültig abgenutzt. Will heissen: Charme und Flair sind vollends flöten gegangen, man hat sich eher auf erdrückende Computeranimationen verlassen, anstatt eine innovative Story zu kreieren.
Natürlich mussten auch in diesem Mumienfilm wieder gezwungene Elemente wie z.B. uralte Wiederbelebungssprüche oder eben der gute alte Dolch herhalten, welcher dem Drachenkaiser dann bitte schön zu gegebener Zeit ganz tief ins Herz zu stecken ist (gähn!), damit Teil 3 auch irgendwann ein Ende findet.
Es passiert wenig Überraschendes im Film, die Handlung ist schmerzhaft linear, mit viel zu großen Logiklücken (Sohnemann hat nicht wirklich das "richtige" Alter für solch sehr junge Eltern, oder?) versehen und nicht wirklich unterhaltsam.
Und die Schauspieler passen sich dem Niveau an: Brendan Fraser hat sich als kampferprobter, gleichsam dümmlich wirkender Mumienschänder abgenutzt. Maria Bello, Auswechselspielerin von der weitaus besseren Rachel Weisz, zeigt lieber ihre perlweißen Hollywoodzähne anstatt das Beste aus ihrer Rolle zu machen. Sie wirkt verhärmt, regelrecht unsympathisch. Naja, und von Jet Li habe ich als Schauspieler eh noch nie viel gehalten. Seine Rolle war auch nicht dazu angehalten, dass ich hier meine Meinung ändern konnte.
Warum ich letztlich dann doch noch 2 Sterne vergebe ist dem Umstand geschuldet, dass die Macher zumindest in Sachen Technik und Computeranimation punkten konnten. Einige Actionsequenzen kommen dann doch ganz vernünftig an den Zuseher, was den Film gerade noch so eben vor der völligen Bedeutungslosigkeit rettet.
Fazit: Vielleicht ist das Abenteuer-Actiongenre mit Mumien, Artefakten, Geheimnissen, uralten Formeln und sonstigen archäologischen Sensationen (Indiana Jones und Scorpion King lassen grüssen) momentan einfach ausgelutscht, ich weiß es nicht. Ich weiß jedoch, dass "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" ein allenfalls mäßiger Film ist, der mich weder unterhielt noch überzeugte. Die Story ist lau, die Schauspieler teilweise grottig, die animierten Actionsequenzen bieten wenig Neues.
Lasst die Mumien schlafen, sie haben es sich verdient (und der Zuschauer auch!).