Der unglaubliche Erfolg von „Frankenstein", dem ersten Monsterfilms der Universal Studios, machte aus Boris Karloff, dem „Mann hinter dem Monster", über Nacht einen Star. Mit der wachsenden Popularität des Horrorfilmgenres wuchs auch die Popularität Karloffs, der Typecast des Monsters oder Schurken.
Die Mumie ist Boris Karloffs zweiter Monsterfilm und steht Frankenstein im Punkto Atmosphäre oder Gänsehaut in nichts nach.
Karloff brilliert, in dem stummen, roboterhaften Stil, der ihn in „Frankenstein" berühmt gemacht hatte, als einbalsamierter Pharao Im-ho-tep, der lebendig begraben wurde, als er versuchte seine verstorbene Geliebte durch schwarze Magie wieder zum Leben zu erwecken.
Dreitausend Jahre später wird Im-ho-teps Grabstätte von einer archäologischen Expedition geöffnet und die Mumie wird durch einen beigelegten Spruch versehentlich wieder aus dem Reich der Toten zurückgeholt.
Nun beschwört Im-ho-tep den Geist seiner verstorbenen Geliebten und lässt ihn in die Freundin, eines der Archäologen fahren, um seine Geliebte für immer an sich zu binden; der Kampf um die Liebe der Frau kann beginnen.
Die grosse Überraschung des Films ist, dass es sich bei der Mumie weniger um einen einbandagierten Körper handelt, als um den ausgetrockneten Pharao darunter, der lebendig durch Kairo wandert.
Dennoch ist Boris Karloff wie geschaffen für die Rolle, denn seine hagere, knöcherne Gestalt unter dem Pharaonengewand, seine dunkle Gesichtshaut und seine tiefe, sonore Stimme verleihen dem Charakter eine wahrhaft aristokratische Note.
Aber die traumwandlerische Atmosphäre des Films wird nicht nur von Karloff getragen, das Thema der Reinkarnation und Seelenwandlerung, kombiniert mit den Rückblenden ins alte Ägypten oder den Aufnahmen der Dächer Kairos, schaffen einen einzigartigen Gruselgenuss.
Die DVD beeinhaltet die übliche Ausstattung der Classic Monster Collection, verschiedene Sprachen, Untertitel Photogallerie, Audiokommentar und Dokumentation.
Die Dokumentation ist diesmal nur sehr mittelmässig geworden, da sie fast ausschliesslich aus Szenen anderer Mumienfilme besteht, dafür ist der Audiokommentar diesmal umso aufschlussreicher.
Dieser Mumienfilm steckt heute noch alle halbherzigen Hammer-Produktionen in die Tasche, sowohl an Darbietung als auch an Atmosphäre, als auch an Make-Up. Die Szene in der die Mumie zum Leben erwacht oder die Nahaufnahmen der stechenden Augen Im-ho-teps sind heute noch unvergessene Höhepunkte des Horrorgenres.