Normalerweise beabsichtigt ein Horrorfilm, die Zuschauer so sehr wie möglich zu erschrecken, oder sie glauben zu machen "das könnte mir passieren". Trotzdem, egal wie erschreckend ein Film ist, weiß der Zuschauer, dass es nur ein Film ist, und nichts davon Realität. Bei „The Mothman Prophecies" ist das alles ein bisschen anders. Der Film sollte auch nicht wirklich in die Kategorie „Horror" gesteckt werden. Er ist eher teils Thriller, teils Science Fiction, und er handelt von Dingen wie Visionen und Vorhersehungen. Dieser Film basiert auf dokumentierten Ereignissen in Point Pleasant. Speziell die Ereignisse, die sich über 13 Monate erstreckten in 1966 - 1967, bis hin zu dem Zusammenfall der Brücke, die Ohio und W.Va. verband, und der 46 Menschen das Leben kostete. Trotz des dokumentarischen Hintergrundes wurde die Geschichte in ein tolles Unterhaltungspaket verpackt, und hier nun die Handlung:
Der Journalist John Klein (Richard Gere) versucht mit aller Kraft, über den Unfalltod seiner Frau Mary hinwegzukommen. Nicht lange nach dem Autounfall starb sie im Krankenhaus. John kann die letzten Worte seiner Frau nicht vergessen „du hast es nicht gesehen, oder?". Auch ihre makabren Zeichnungen von einer seltsamen Figur gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Eines Nachts reist John nach Richmond. Irgendwie kommt er vom Weg ab (er weiß selbst nicht wie) und landet in Point Pleasant. Und schon bald stellt er fest, dass seine Frau nicht die einzige war, die „etwas" gesehen hat, denn nach und nach kommt heraus, dass in dieser kleinen Stadt seltsame Ereignisse und „Sichtungen" des so genannten Mothman an der Tagesordnung stehen. Und John wird einfach das Gefühl nicht los, dass dieser Mothman zu ihm sprechen will.
Wie gesagt sind diese oder ähnliche Ereignisse damals wirklich passiert (zumindest die Sichtungen), doch das soll keineswegs heißen, dass es sich hier um eine langweilige Dokumentation handelt. Ganz im Gegenteil. Wenn man beim ersten Sehen den Hintergrund nicht kennt (so wie ich), dann wird dem Zuschauer ein weltklasse Thriller im Stil von „Sixth Sense" oder „Unbreakable" geboten, mit einem „oh mein Gott, das hätte ich NIE erwartet"-Ende. Und wenn man den Film dann ein zweites und drittes Mal ansieht, fallen einem immer mehr Details auf, und man ist ganz gierig darauf, neue Hinweise auf den Mothman zu erhaschen.
Spannungsmomente und Szenen, bei denen man laut aufschreien könnte, gibt es zur Genüge. Plötzlich kann einem ein simples Telefonklingeln total aus der Fassung bringen. Dieser Film schafft es ganz ohne Blut auszukommen, und auch der Mothman an sich wird nicht als furchterregendes Monster dargestellt. Doch trotzdem ist „The Mothman Prophecies" weitaus beängstigender als so manch anderer Horrorfilm, denn hier kann man sich und WIRD man sich bestimmt mehr als einmal gruseln. Und kurz bevor man ins Bett geht, sollte man sich diesen Film wirklich nicht ansehen.
Die Besetzung ist super in diesem Film. Richard Gere und Laura Linney zeigten schon in „Zwielicht", dass die Chemie zwischen ihnen stimmt, und sie einfach ein super eingespieltes Team sind. Debra Messing (im Film Gere's verstorbene Frau und wahrscheinlich besser bekannt als Grace aus der Comedy Serie „Will und Grace") spielt ihre -wenn auch kurze- Rolle sehr gut, und auch alle anderen Nebendarsteller haben ganz tolle Arbeit geleistet.
Alles in allem also ein spitzen Film, bei dem Mystery Fans voll auf ihre Kosten kommen werden!