Wie schon von der Vorgänger erwähnt, ist diesmal Fandorin etwas "langsamer", langatmiger. Wenn man aber bedenkt, dass Akunin neben der Serie über Erast P. Fandorin, schon zwei Bücher über seinen Enkel Nicholas (Nikolai) geschrieben hat (vielleicht mehr, aber nicht übersetzt), musste dieses Buch kommen. Einmal trifft den Held die Liebe, ob dass die richtige ist, bleibt zu warten, um nicht zuviel zu sagen oder zu spekulieren. Ich hoffe, dass die treue Akunin Gemeinde noch von den beiden Fandorins vieles lesen wird. Beide sind seine Alteregos, jeder zu seiner Zeit. bzw, so scheint es mir, je nach dem Willen und Tun des genialen Autors (staune, wass er alles macht).
Es dauert wirklich lange, bis unser Detektiv tätig wird, aber dann in gewohnter Form. Kann man verstehen, denn Fandorin musste mehr als 30 Jahre auf die richtige Frau warten. Wenn man alle Bücher kennt, weiss man, wie er seine erste Liebe verloren hat, die zweite dann in Japan. Fandorin als verliebter Mann in der "zweiten Jugend" schien auch mir zuerst etwas suspekt. Und die Länge im ersten Teil ist meine einzige Kritik. Vielleicht war das aber notwendig, weil der Held manchmal sogar komisch wirkt, seine "anti - Liebe" Übungen sind köstlich. Dabei ist noch der treue Masa, sein Patensohn (wunderbar, die Sprache), alles garniert mit Theater - buchstäblich in jeder Hinsicht.
Aber es lohnt sich das Buch zu lesen, schon um die Diferenzen zu vorigen zu bemerken, kritisieren (wenn man will). Die Sprache bleibt wunderbar, Akunin ist mehr als ein Krimiautor, die Übersetzung wie immer meisterhaft.
Über die Handlung nur so viel: manches scheint bedrohlich, ist es aber nicht, Lügen, auch gutgemeinte, können tödlich sein. Und Fandorin kann auch Bühnenstücke schreiben. Der Liebe wegen. Ich hatte es zweimal gelesen, beim zeiten Mal verstand ich das Stück viel besser (am Ende des Buches).
Zum Schluss: was kann Fandorin nicht? Der Liebe entfliehen, und die macht auch einen gestandenen Mann oft etwas "meschugge". Ist auch gut so. Weil ich aber immer noch den Detektiv Fandorin am meisten schätze, ist ein Punkt diesmal (vielleicht zu Unrecht) weg.