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Günter Eich
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Reise ins Innere,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Morgenlandfahrt: Eine Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Was an dieser kleinen Erzählung Hesses so sehr anrührt, ist zum einen die völlige Verschmelzung der inneren und äußeren Welt, die seit dem spirituellen Aufbruch der westlichen Welt, ihrer Orientierung hin zu östlichen Philosophien, zum 'Morgenland' eben, für viele schon Teil der Erfahrung geworden ist, zum anderen und vor allem aber die wunderbare Erlösung des Erzählers aus seinem bemitleidenswerten Befangensein in Irrtum und Verzagtheit und trotzigem Leugnen erlebter geistiger Einheit hin zu erneuter vertrauensvoller Hingabe. Am Ende steht seine Bereitschaft zur Selbstauflösung nicht in ein nihilistisches Vakuum, sondern in eine höhere Einheit. Da aber jedes Individuum vor dieser Wahl steht, nämlich entweder während seines Lebens irgend etwas zu tun und dann sang- und klanglos zu vergehen oder sich selbst zur höchstmöglichen Blüte zu entfalten und so viel wie möglich von dem, was es auf diesem Weg erworben hat, wieder auf eine Weise abzugeben, dass viele etwas davon haben, darum geht diese Erzählung jeden etwas an.Wie universell dieses Buch ist, habe ich unter anderem dadurch erfahren, dass noch jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, es lesen wollte, was mich dann oft veranlasste, es zu verschenken, ich weiß nicht mehr, in wie vielen Exemplaren im Laufe der Jahre. Und es gab niemanden, der nicht begeistert war. Wer sich hier schon über den Inhalt informieren möchte, dem sei die hervorragende Kindler-Rezension empfohlen. Ich fasse mich daher entsprechend kurz. Was zunächst wie eine Reise durch 'wirkliche' geographische Gegenden zu beginnen scheint, entpuppt sich allzu bald als eine Reise ins Innere, doch je weiter der fiktionale Chronist vertrauensvoll in dieses Innere vordringt, desto mehr zweifelt er am Sinn dieser Reise und hat zu dem Zeitpunkt, da er mit der Niederschrift seines Berichts beginnt, sogar schon begonnen, die Wahrheit seiner Erinnerungen in Frage zu stellen. Doch nichts ist hier wie es zu sein scheint. Weder ist der bescheidene Diener und Bundesbruder Leo überhaupt verschwunden noch ist er überhaupt ein Diener, sondern vielmehr der Oberste der Oberen im Bund der Morgenlandfahrer. Jedoch auch wenn der Chronist vieles falsch in Erinnerung hat (ein Lehrstück in selektiver Wahrnehmung und subjektiv-falscher Interpretation), ist er tatsächlich nie abtrünnig geworden, wie er geglaubt hat, und das Bewahren der Wahrheit ist seine eigentliche Aufgabe. Der lineare und nur einmal unterbrochene Handlungsverlauf dieser Geschichte wird natürlich erst durch die wunderbare, schon früh an Übersetzungen geschulte Sprache Hermann Hesses zum Meisterwerk. Wer nach einer inspirierten Fortführung der Gedanken aus dem 'Steppenwolf' gesucht hat und sich irgendwann einmal an das 'Glasperlenspiel' begeben möchte, findet hier das fehlende Glied der Kette. Und mancher mag dabei den Morgenlandfahrer in sich selbst entdecken. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So viel Wahrheit...,
Rezension bezieht sich auf: Die Morgenlandfahrt: Eine Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
"Morgenlandfahrt" ist nicht wirklich die Geschichte dieser bedeutsamen Reise; es ist vielmehr ein Bericht über die Niederschrift der solchen, über Gewissenskonflikte, die Schwierigkeit darin, die Erfahrung auf Papier zu bringen, gerade wenn man sich anmaßt, dies zu können, aber sich nicht einmal genau zu erinnern vermag.Und dann ist da noch der Diener Leo, der damals auf dem Bundeszug so plötzlich verschwand, somit alles durcheinanderwarf und Zweifel unter den Teilnehmern sähte. Der Erzähler kann sich immer noch nicht von der Erinnerung an ihn losreissen... Hermann Hesses Gabe, Gefühle und Gedanken so zum Ausruck zu bringen, dass man sich hineinfühlen, sich damit identifizieren kann, ist beeindruckend. Auch dieses Buch lässt den Leser nachdenklich zurück. Nach einem meiner Meinung nach etwas zähen Anfang steigert es sich merklich. Ich kann für eine Geschichte, in der so viel Weisheit steckt, nichts anderes als 5 Sterne geben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
dies nun grad nicht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Morgenlandfahrt: Eine Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich mag Hermann Hesse sehr gern und genieße seine Art anschaulich zu schreiben und Bilder im Kopf zu erzeugen.Zu meinen Allzeitfavoriten gehören neben Siddharta auch Demian (Schulpflichtlektüre, mit der es für mich begann), Narziss und Goldmund und besonders das nicht so bekannte Roßhalde (toll!). So folgte ich erfreut der Empfehlung einer Kollegin, die neulich begeistert die Morgenlandfahrt las und bestellte das Büchlein. Ja, Büchlein trifft es, denn es ist unerwartet dünn. In diesem Fall für mich ein Vorteil, da ich mich wie nie zuvor durch einen Hesse quälen musste. Die Geschichte um die geplante Niederschrift einer vergangenen Teilnahme an einer Art geheimnisvollen Pilgerreise, die bis heute beim Erzähler nachwirkt, hat mich nicht packen können. Die Ereignisse um die Morgenlandfahrt sind durchaus gut be-/geschrieben, nur berührt es mich diesmal so gar nicht. Oder es ist zu kurz und das "ach es ist ja so geheim, ich verrate es nicht" nervt mich mehr als es mich in den Bann zieht? Nur der rätselhafte Aspekt des Verschwinden eines Dieners schaffte etwas Lust auf Mehr/Auflösung zu machen. Es bleibt für mich alles sehr an der Oberfläche und enthält keinerlei Inspiration oder führt mich in Reflexionen. Und das ist es eigentlich, was für mich bei Hesse ausmacht. Schade. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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