|
|
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lovecraftscher Horror, 20. Juli 2005
Inhalt: Auf Einladung seiner Freundin Susan Witley reist der Wissenschaftler Stephen Reinhart in das entlegene schottische Städtchen Arkham. Als er unbekümmert den Bewohnern erklärt er wolle zu Schloß Witley erfährt er schroffe Ablehnung. Niemand ist bereit ihn dort hin zu bringen, oder ihm einen fahrbaren Untersatz zu leihen. Notgedrungen muß er den Weg zu Fuß zurücklegen. Unterwegs kommt er an einer seltsamen Mulde im Boden vorbei in deren Umgebung die Vegetation abgestorben ist. Im düsteren Schloß der Witleys angekommen macht der Schloßherr Nahum Witley, Susans Vater, Reinhart auf unmißverständliche Art klar, daß er unerwünscht sei. Da aber sowohl seine Tochter als auch seine Frau Letitia auf Reinharts Anwesenheit bestehen muß Nahum widerwillig das Gastrecht gewähren. Letitia Witley ist von einer seltsamen Krankheit befallen und kann ihr Zimmer nicht verlassen. Letitia beschwört Reinhart ihre Tochter von dem scheinbar verfluchten Schloß fort zu bringen. Tatsächlich kommt in der selben Nacht der alte Diener Merwyn auf mysteriöse Art ums Leben. Während Reinhart Nahum Witley beim Vergraben der sterblichen Überreste beobachtet fällt ihm ein seltsames grünes Leuchten in dem Gewächshaus des Schlosses auf. Am nächsten Tag erlebt er eine Überraschung. In dem Gewächshaus wuchern Pflanzen mit enormen Früchten und Blüten. Bei der Untersuchung des Bodens findet Reinhart ein grün leuchtendes Mineral, welches offensichtlich den Riesenwuchs hervorruft. Als er schließlich in den Schloßkeller vordringt findet er des Rätsels Lösung. In einem Verließ lagert ein Meteorit der vor Jahrzehnten auf dem Anwesen der Witleys niederging. Seine Strahlung läßt aber nicht nur Pflanzen sprießen sondern führt bei Menschen die lange seiner Strahlung ausgesetzt waren zu krankhaften Veränderungen. Was Reinhart noch nicht ahnt: Letitia Witley ist in der Zwischenzeit zu einem gräßlichen Monster mutiert, welches für die restlichen Schloßbewohner eine tödliche Gefahr darstellt, auch für ihre Tochter Susan.Kritik: Der Film basiert auf der Erzählung „The Color Out of Space" des amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft (1890 - 1937). Unter Kennern gilt Lovecraft als der Meister des Makaberen und Übernatürlichen. In seinen Erzählungen, die im Zwischenbereich von Horror und SF angesiedelt sind, wird die Menschheit von unheimlichen Kräften bedroht die sowohl aus dem Innern der Erde, als auch aus dem Weltraum eindringen. Häufig ist diese Bedrohung eng mit uralten Familien verknüpft, die entweder aus Unwissenheit oder Bosheit diese Kräfte heraufbeschwören. „Die, Monster, Die!" vermittelt in diesem Sinne über weite Strecken ein Gefühl Lovecraftschen Horrors. Ein altes Adelsgeschlecht, ein düsterer Familiensitz mit einem tödlichen Geheimnis, ein starrsinniger Familienpatriarch der das Grauen heraufbeschwört und eine Bedrohung von weit außerhalb der menschlichen Erfahrungssphäre. Natürlich kann man den Film nicht mit modernen Horrorschockern vergleichen, in denen eineinhalb bis zwei Stunden die Adrenalinwerte auf Anschlag gehalten werden. In seiner Machart ähnelt er eher den gotischen Horrorstreifen der Universal-Studios aus den 40er Jahren. Wer allerdings mehr auf düster-unheimliche Atmosphäre als auf Schockeffekte steht wird mit „Die, Monster, Die!" gut bedient. Bild und Ton: Die Bildqualität erreicht zwar hinsichtlich der Schärfe und des Kontrasts keine Spitzenwerte, ist aber für einen vierzig Jahre alten Film durchaus akzeptabel. Weniger Freude macht da der Ton. Sowohl die deutsche Synchronisation als auch der amerikanische Originalton klingen so dumpf als ob die Mikrophone bei der Aufnahme dick in Watte eingepackt waren. Bei der deutschen Tonspur fällt auch noch ein deutliches „Zischeln" bei den Dialogen auf. Ironischerweise wird auf der Rückseite des Covers darauf hingewiesen, daß der Ton mit Zitat „... modernster Masteringtechnik nachgearbeitet (wurde).". Bei einer solchen Information fragt man sich wie schlecht der Ton erst vor der Nachbearbeitung war, oder ob jemand bei MGM Home Entertainment einen bizarren Humor hat. Fazit: Freunde klassischer Horror/SF-Filme bekommen mit „Die, Monster, Die!" einen der besseren Filme geboten, die nach Motiven von H. P. Lovecraft entstanden. Ein Wermutstropfen ist die selbst für einen Monoton bescheidene Tonqualität. Ein Rätsel ist auch warum MGM den Film in Deutschland unter seinem amerikanischen Originaltitel vertreibt. Im deutschen Sprachraum ist dieser Film unter Horrorfreaks entweder unter seinem englischen Verleihtitel „Monster Of Terror" oder dem deutschen Titel „Das Grauen auf Schloß Witley" bekannt. Selbst eingefleischte Lovecraft-Experten reagieren mit bassem Erstaunen wenn man ihnen erklärt, daß „Die, Monster, Die!" identisch mit „Das Grauen auf Schloß Witley" ist. Tja, ein jeder vergraule sich seine potentielle Kundschaft wie es ihm beliebt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|