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am 4. Mai 2014
wie immer bei dieser serie von beck's ein idealer einstieg in ein thema auf ca. einhundert seiten. informative, genau recherchiert und von ausgewiesenen experten auf dem jeweiligen gebiet. für intensivere und detaillierte nachforschungen bedarf es dann weiterführender bücher.

fazit: ein hervorragendes buch um sich in ein thema einzulesen
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Nachdem timediver® bereits in Peter Berlings Roman "Die Krone der Welt" (1995) und Pamela Sargents Epos "Dschingis Khan. Herrscher des Himmels" (1997) Bekanntschaft mit den Mongolen und ihren Khanen gemacht hatte, befasse ich mich mit der geschichte des Volkes, dass über Jahrhunderte weite Teile Asiens und Europas beherrscht hatte. Unter anderem habe ich "Die Mongolen: Im Reich des Dschingis Khan. Das Buch zur Fernsehserie" und Clive Cusslers Roman "Der Fluch des Khan: Ein Dirk-Pitt-Roman" sowie den Film "Der Mongole" gelesen, bzw. gesehen und anschließend rezensiert....

...so dass ich den in der Reihe C.H. Beck Wissen erschienenen Band "Die Mongolen" geradezu in einem Stück lesen musste. Die Autorin Prof. Dr. Karénina Kollmar-Paulenz hat nicht nur Tibetologie, Mongolistik, Turkologie und Indologie studiert, sondern auch vergleichende Religionswissenschaft, was sich gerade im Hinblick auf die multikonfessionelle Gesellschaft der frühen mongolischen Staatenbildungen - zu der auch das Nestorianische Christentum gehörte - von besonderer Bedeutung erweist. Eine Landkarte Eurasiens mit den Vorstößen und Schlachten des Dschingis Khan und der Ausdehnung seines Reiches vermittelt bereits auf der Rückseite des vorderen Buchdeckels einen Eindruck des größten Landreichs in der Geschichte der Menschheit. Eine zweite Karte auf der Innenseite des hinteren Buchdeckels zeigt eine politische Karte der Gegenwart, auf der auch die versprengten Gruppen mongolischer Abstammung und autonome Bezirke und Distrikte in China, Kasachstan und der Russischen Föderation markiert sind. Unter anderem die am Baikalsee liegende Burjatische Republik und die Kalmückische Republik an der nordwestlichen Küste des Kaspischen Meeres. Beginnend beim Aufstieg Qabul Khans zum Herrscher der Mongyol im 12. Jahrhundert reicht eine Zeittafel bis zum ersten Besuch eines chinesischen Premiers in der Mongolei im Jahre 2010. Ein Literaturverzeichnis und ein Register bilden den Abschluss des Anhangs.

Nachdem die Autorin in ihrem Vorwort darauf hinweist, dass sie mit ihrem Band einen ersten Überblick über die wechselvolle Geschichte der Mongolen geben möchte, der hoffentlich auch zu einer intensiveren Beschäftigung mit dem Thema anregt, befasst sie sich in einer Einleitung mit dem Begriff "Mongolen", der eine ethnische und kulturelle Einheit suggeriert, die jedoch nie existiert hat. Den historischen Quellen und der Beschreibung von Fremd- und Selbstwahrnehmung folgt das erste Kapitel, dass sich mit der Herkunft und der Gesellschaft der Mongolen beschäftigt. Neben geografischen, klimatischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und Strukturen werden die animistisch-religiösen Vorstellungen, die sich auf den Glauben an "möngke tengri", gründen, erläutert. Auf den Willen und die Kraft des "Ewigen Himmels" begründet sich auch die Macht Dschingis Khans, der zum Herrscher der Welt ausersehen ist. Ihm ist das zweite Kapitel gewidmet, worin auch die Einrichtung des Quriltai und die Administration des Reiches durch die Jasagh (Gesetzgebung) und die Organisation der Armee des "Yeke mongghol ulus" (Große mongolische Nation) beschrieben werden. Weitere Aspekte sind die technisierte und psychologische Kriegsführung und die bilig (Weisheitssprüche) Dschingis Khans, die ihn schließlich zu einer verehrten Ahnengottheit der Mongolen werden ließen.

Kapitel drei bis fünf schildern weitere Expansionen und Staatengründungen unter Dschengisiden, die mongolische Heere bis nach Schlesien vordringen ließen und zur Annahme des Islam oder des Buddhismus führten. Der Rückzug in die Steppe und die Mongolen im chinesischen Quin-Reich sind Themen des sechsten und siebten Kapitels. Währen die diversen Religionsgemeinschaften von Abgaben befreit waren, bedeutete die "pax mongolica" für die übrigen unterjochten Völker vor allem eine erhöhte Steuerlast. Besonders interessant ist die unterschiedliche Sichtweise der mongolisch-chinesischen Tributbeziehungen und der Ehrentitel Dalai Lama (Meeres-Lama), der dem tibetischen Abt Sönam Gyatso vom Mongolenherrscher Altan Khan 1578 verliehen wurde. Die getrennten Wege der bei China verbliebenen Inneren Mongolei und der Khalkha-Mongolen der Äußeren Mongolei werden im letzten Kapitel beschrieben. Hierbei erfährt der Leser u. a., dass die Hauptstadt der Mongolei 1639 unter dem Namen Örgöö (Urga) gegründet wurde und erst nach Errichtung der Mongolischen Volksrepub1ik 1924 ihren heutigen Namen Ulaanbaatar (roter Held) erhalten hatte. Mit dem letzten Abschnitt "Das Volk Dschingis Khans heute" wirft die Autorin einen Blick auf die postkommunistische Mongolei und das 2200 jährige Jubiläum der mongolischen Staatsgründung, das im Jahre 2011 begangen wird und auch ein Comeback der alten uiguro-mongolischen Schrift mit sich bringt.

5 Amazonsterne für ein gelungenes Kompendium der mongolischen Geschichte und Kultur.
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am 15. August 2013
Das Buch enthält einen wahren Parforceritt durch Jahrhunderte mongolischer Geschichte.
Naturgemäß liegt der Schwerpunkt auf Dschingis Khan und seiner Zeit, danach wirds dünn.
Das 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart werden etwas sehr flott abgehandelt.
Trotz gefühlter Oberflächlichkeit ein lesenswertes Buch für Leute, die ein wenig mehr "drumherum" wissen wollen.
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