Die exzessiven 'Postmoderne'-Debatten der letzten Jehre hatten den produktiven Effekt, die Auseinandersetzungen mit der 'Moderne' zu intensivieren und auch zur Präszisierung des Begriffs 'Literarische Moderne' herauszufordern.
Viele Stichwörter, die in den Debatten zur Postmoderne gegenwärtig zirkulieren, waren bereits für die Literatur und Kunst der Moderne von zentraler Bedeutung. Dieser Band stellt erneut die Frage nach der Modernität des Expressionismus und geht auf die vielfältigen Spannungen zwischen der ästhetischen Moderne und den soziokulturellen Modernisierungsprozessen ein, mit denen sie konfrontiert ist: die Rationalisierung, Technisierung, Industrialisierung, Bürokratisierung und Verstädterung.
Thomas Anz:
Gesellschaftliche Modernisierung, literarische Moderne und
philosophische Postmoderne
Fünf Thesen
Silvio Vietta:
Zweideutigkeit der Moderne:
Nietzsches Kulturkritik, Expressionismus und literarische Moderne
Walter Müller-Seidel:
Wissenschaftskritik und literarische Moderne
Zur Problemlage im frühen Expressionismus
Hans-Ulrich Derlien:
Bürokratie in der Literatur und Soziologie der Moderne
Über Kafka und Max Weber
Eberhard Lämmert:
Visionen des Maschinenmenschen auf den Bühnen der zwanziger Jahre
Franz Laquai:
Geschwindigkeitsphantasien im Futurismus und im Expressionismus
Franz Matsche:
Großstadt in der Malerei des Expressionismus am Beispiel
E. L. Kirchners
Hans Otto Horch:
Expressionismus und Judentum
Zu einer Debatte in Martin Bubers Zeitschrift 'Der Jude'
Klaus Vondung:
Mystik und Moderne:
Literarische Apokalyptik in der Zeit des Expressionismus
Michael Stark:
Ungeist oder Utopie?
Zur Intellektuellenrolle in Expressionismus und Postmoderne