Man erfährt in diesem Buch kaum etwas zu den einzelnen Vornamen und ihrer Herkunft.
Die beschriebenen Versuche sind ungenau und unwissenschaftlich. Es wird beispielsweise ein Versuch beschrieben, in dem US-Amerikanische Probanden neu ausgedachte Vornamen einem Geschlecht zuordnen müssen. Häufig existierten diese Vornamen in den USA auch schon vorher, zudem wir nicht beschrieben, woher die Probanden stammen. Sie sind "relativ willkürlich" ausgewählt worden. Auch wird nicht erwähnt, ob den Probanden die "neugeschöpften" Vornamen in schriftlicher Form vorlagen, oder sie vorgelesen wurden (sehr wichtig für das Versuchsergebnis!!!)
Gerhards führt diesen Versuch dann mit 184 Studenten an der Universität Leipzig durch (viel zu kleine Gruppe, homogen, alle mit Abitur und Fremdsprachenkenntnissen). Er vergleicht die Ergebnisse des Leipziger Test mit denen des amerikanischen Tests ohne auf die Verfälschung durch die vorhandenen Fremdsprachenkenntnisse oder das Bildungsniveau einzugehen. Auch erwähnt er hier nicht, ob die Ergebnisse durch das Schriftbild des Namens oder das gesprochene Wort entstanden sind.
Weiterhin begeht Gerhards in seiner Argumentation einen entscheidenden Fehler: Er setzt Laut und Buchstabe gleich. So behauptet er, daß im Deutschen keine Vornamen vorhanden und gebräuchlich seien, die mit dem Laut "Sch" beginnen. Falsch: Es gibt die Namen Stefan, Steffen, Stefanie, Chantal, Charlotte, die durchaus im Deutschen gebräuchlich sind und mit dem genannten Laut beginnen.
Die Jahresabstände in den Tabellen sind häufig nicht gleich gewählt, die Kurven werden so verfälscht und haben keine Aussagekraft mehr, die Orte zur Datenerhebung für Vornamen sind schlecht gewählt: Gerolstein (überwiegend katholische Bevölkerung), Grimma (ehemals protestantisch, dann konfessionslos). Gerhards vergleicht die Ergebnisse aus nur diesen zwei Orten und erhebt Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.
Man wird beim Lesen dieses Werks das Gefühl nicht los, daß es nur darum ging, als Professor der Uni Leipzig mal wieder eine Studie zu veröffentlichen. Hätte Gerhards nur kurz über sein Vorgehen nachgedacht, wären seine Ergebnisse anders ausgefallen. Als Student, der dieses Buch bearbeitet, merkt man sofort, daß hier viele Behauptungen und Ergebnisse so nicht stimmen können.