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Die Mitte der Welt ist die Geschichte eines Zwillingspaares, Phil und Dianne. Die beiden werden von ihrer Mutter, Glass, alleine groß gezogen. Die Umstände ihrer Geburt sind ziemlich ungewöhnlich und auch die junge Glass, kaum 18 Jahre alt, paßt nicht in das Klischee der perfekten Mutter. Doch eines gibt sie ihren Kindern mit: "Seid stark und wehrt euch. Wer euch verletzt, dem tut doppelt weh oder geht aus dem Weg, aber laßt euch niemals vorschreiben, wie ihr zu leben habt."
Es sind keine leichten Kämpfe, die Dianne und Phil führen. Phil erkennt mit zunehmendem Alter, daß er homosexuell ist. Er findet einen Freund, doch leider bleiben bei der ersten großen Liebe die maßlosen Enttäuschungen nicht aus.
Die poetische Sprache Steinhöfels sind eine Stärke des Buches. Zum anderen erzählt er nicht nur die Geschichte einer Pubertät, die mit dem Coming-out des Jungen endet. Nein, jede Figur hat ihre Geschichte und natürlich ihre eigenen Geheimnisse, die sich langsam vor den Augen des Lesers entwickeln. Der humorvolle Ton, die Slapstick-Einlagen, erinnern an John Irvings Hotel New Hampshire Ein ausgezeichneter Jugendroman -- auch für Erwachsene. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Es ist schier nicht zu fassen, mit wieviel Liebe und Behutsamkeit A. Steinhöfel seine Geschichte entwickelt. Mit einer wunderbar klaren, aber nie ins Banale abrutschenden Sprache: sanft, mit traumhaften Bildern und nicht selten herrlich verschmitzt. Liebevoll zeichnet er auch seine Figuren. Den sensiblen Phil, der sich unsterblich in seinen schönen aber unerreichbaren Mitschüler Nicholas verliebt; seine seltsam verschlossene Schwester Dianne, auf der ein schweres Geheimnis lastet; die schrullige aber verständnisvolle Mutter Glass, die ob ihrer zahlreichen Liebschaften einen eher zweifelhaften Ruf in der Stadt genießt; der wunderbare Herr Tröht mit seinem staubigen Krämerladen und den heißgeliebten Bonbongläsern; oder eben die dicke Annie, die in knallroten Schuhen tänzelnd und bepackt mit unzähligen Flaschen Kirschlikör - ihrem Grundnahrungsmittel - in Baugruben plumpst... Es ist unverkennbar. Steinhöfel weiß wovon er spricht, denn er sieht mit dem Herzen - und den Träumen eines Kindes. Nur dort findet wirkliches Leben statt. Viele vergessen das mit dem Älterwerden. Leider.
"Die Mitte der Welt" ist für mich mein kostbarstes Buch geworden. Nicht selten trage ich es auch bei mir. Als Trost und als Lebensversicherung: daß man nie vergißt, wie herrlich bunt und zauberhaft menschliches Leben doch sein kann.
"Das habe ich nie vergessen. Daß man liebt, um die Kälte zu vergessen und den Winter zu vertreiben." (S.96)
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