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Produktinformation
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Die Mitte der Welt ist die Geschichte eines Zwillingspaares, Phil und Dianne. Die beiden werden von ihrer Mutter, Glass, alleine groß gezogen. Die Umstände ihrer Geburt sind ziemlich ungewöhnlich und auch die junge Glass, kaum 18 Jahre alt, paßt nicht in das Klischee der perfekten Mutter. Doch eines gibt sie ihren Kindern mit: "Seid stark und wehrt euch. Wer euch verletzt, dem tut doppelt weh oder geht aus dem Weg, aber laßt euch niemals vorschreiben, wie ihr zu leben habt."
Es sind keine leichten Kämpfe, die Dianne und Phil führen. Phil erkennt mit zunehmendem Alter, daß er homosexuell ist. Er findet einen Freund, doch leider bleiben bei der ersten großen Liebe die maßlosen Enttäuschungen nicht aus.
Die poetische Sprache Steinhöfels sind eine Stärke des Buches. Zum anderen erzählt er nicht nur die Geschichte einer Pubertät, die mit dem Coming-out des Jungen endet. Nein, jede Figur hat ihre Geschichte und natürlich ihre eigenen Geheimnisse, die sich langsam vor den Augen des Lesers entwickeln. Der humorvolle Ton, die Slapstick-Einlagen, erinnern an John Irvings Hotel New Hampshire Ein ausgezeichneter Jugendroman -- auch für Erwachsene. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
80 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familiensaga, Tragikomödie, eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über das Leben, ein stilles Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mitte der Welt: Roman (Taschenbuch)
Der siebzehnjährige Phil führt ein ungewöhnliches, chaotisches Leben. Er bewohnt mit seiner Zwillingsschwester und seiner Mutter eine alte Villa am Rande einer provinziellen Kleinstadt. Am Rande im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die anderen Bewohner meiden Phil und seine Familie.Eine Vielzahl zwar ungewöhnlicher und seltsamer, doch liebenswürdiger und warmherziger Menschen spielt in Phils Alltag eine Rolle. Phils Schwester Dianne spricht mit Tieren, geht nachts schwimmen, ist unnahbar, verschlossen, ablehnend, ja gleichgültig. Die Mutter Glass, die von ihren Kindern ausschließlich mit ihrem Vornamen angesprochen werden möchte, ist alles andere als eine Bilderbuchmutter. Körperliche Zuwendungen sind selten, diese beanspruchen ihre wechselnden Liebhaber. Der Vater, Nummer drei auf der Liste Glass? Partner, ist den Kindern unbekannt. Dann ist da noch Gable, der einzige Verwandte. Ruhelos bereist er die Welt und verletzt sich selbst, um nicht zu vergessen. Kat, Phils beste Freundin, lernte ihn als Leidensgefährten in einer Klinik kennen, wo ihnen die abstehenden Ohren angelegt wurden. Annie Glösser, die mit roten Schuhen durch die Straßen tanzt, bringt Phil, achtjährig, bei, sich ein schönes Gefühl zu bereiten. Außerdem sind da noch Tereza, die lesbische Anwältin und beste Freundin von Glass, sowie der unglückliche Wolf, der, krank im Herzen und im Kopf, mit einem Gewehr auf Vogelnester schießt. So ungewöhnlich die Personen sind, die Phils Leben bestimmen, so außergewöhnlich sind auch die Geschichten, die er erlebt. Phil und Dianne ? noch Kinder ? und Glass helfen Tereza dabei, die Leiche ihres Vaters mit Kartoffelsäcken zu tauschen, um dessen letzten Wunsch zu erfüllen, in seinem Garten begraben zu werden. Eine kindliche Schlacht zwischen den Hexenkindern Phil und Dianne mit den Stadtkindern wird geschlagen, bei der sich Dianne schützend vor ihren Bruder wirft und mit einem Messerstich bezahlt. Und schließlich verliebt sich Phil in den Schwarm seiner Schule - Nicholas. Es beginnt eine Zeit der Entdeckungen, Enttäuschungen und Entscheidungen. In Andreas Steinhöfels ?Die Mitte der Welt? ist zentrales Thema das Erwachsenwerden, der Übergang vom Kind zum Jugendlichen und die damit verbundenen Konflikte und Probleme, von letzten kindlichen Riten hin zur ersten Liebe, ein Erwachen. Die Liebe des Hauptprotagonisten Phil zu einem Jungen spielt keine dominante Rolle. Steinhöfel stellt sie in absoluter Selbstverständlichkeit dar. Auch wenn der Autor Andreas Steinhöfel den Jungen Phil in den Mittelpunkt seines warmherzigen Buches gestellt hat, vernachlässigt er in keinem Moment die anderen Figuren, da sie zu wichtig sind, um den Helden zu formen. Die Andersartigkeit, das Außenseiterdasein Phils und seiner Familie und die Personen die ihn umgeben im Gegensatz zu den normalen Stadtbewohnern, den Gewöhnlichen, dem Klein- oder Spießbürgertum macht das Buch zu einem stillen Aufruf für Toleranz, ja Akzeptanz, Menschlichkeit, für ein Miteinander. Dabei ist es von brisanter Aktualität als auch völlig zeitlos. Steinhöfel gelingt es aufzuzeigen, was fehlende Kommunikation anrichtet, was es bedeutet wenn (familiär) kein Austausch mehr stattfindet. So hat die ohnehin gefühlskalte Mutter ihren Kindern siebzehn Jahre lang verschwiegen, dass nicht der Kindesvater sie verlassen hat, sondern sie ihn. Steinhöfel thematisiert, präzise beobachtet, Vaterlosigkeit, den Wunsch nach Nähe, Vertrauen und Betrug. ?Die Mitte der Welt? lässt sich nicht einordnen. Es ist eine Familiensaga, eine Tragikomödie, eine Geschichte vom Erwachsenwerden gleichermaßen, ein Buch über das Leben, ein stilles Buch ? trotz aller Schicksalsschläge im Leben Phils. Schon lange lag das Buch auf meinem Lesestapel. So häufig wurde es mir empfohlen. Jedoch schreckte mich die buchhändlerische Zuordnung zum Jugendbuch stets ab. Ich nahm die Aufgabe der Bewertung/Beurteilung eines Jugendbuches in Form dieser schulischen Aufgabe zum Anlass und las es. Andreas Steinhöfels ?Die Mitte der Welt? ist großartig. Ein großes, beeindruckendes, mutiges und zeitloses Buch. Ich habe es so langsam als möglich gelesen, um die Sprache zu genießen, die vielen Details und scheinbar nebensächlichen Handlungsstränge wahrzunehmen, die vielen liebreizenden, so verschiedenartigen Charaktere zu erleben. Ich habe gelacht und war begeistert, ich habe (mit-) gelitten und geweint. Lesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Kleinod,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mitte der Welt: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist ein Kleinod, eine wahre Kostbarkeit, wie eine Schachtel ganz besonderer Pralinen, es dürfte nie zu Ende gehen und doch kann ich es nicht lassen, Seite um Seite davon zu naschen.Die Sprache ist reich, bildhaft, bildet Gerüche, Geschmäcker, Gestimmtheiten in so feinen Schattierungen ab, dass ich ganz leise, bisher nie deutlich wahrgenommene Gefühle plötzlich zum ersten Mal verbalisiert finde. Steinhöfel schafft das, ohne aufdringlich zu sein mit seinen Beschreibungen, mit seiner Sprachkunst. Ich möchte das Buch durchackern und eine lange Liste schöner Wörter und Wendungen daraus für meine Schüler erstellen - aber sie müssen ein gewisses Alter erreicht haben, um es zu verstehen und es zu verkraften. Steinhöfel ist deutlich, er ist dabei, er sieht, ohne etwas zu dramatisieren, ohne eine große Sache daraus zu machen, aber er nennet Dinge beim Namen, die sich sonst oft schon zwei Sätze vorher in Andeutungen verlieren. Und er ist trotz allen Ernstes, trotz allen Schmerzes, den er beschreibt und den Leser fühlen lässt, unglaublich komisch, so komisch, dass ich beim Lesen oft laut losprusten muss. "Die Mitte der Welt" hat ganz und gar nichts von den üblichen platten Coming-Out-Geschichten, die ich jedoch nur aus Erzählungen meiner Bekannten kenne, die dort zur Zielgruppe gehören. Um dieses Buch zu lesen muss man nicht homosexuell sein - aber man ist danach um einen einzigartigen Einblick in das Leben eines Jungen reicher, der in der Literatur bisher so nicht zu finden war. Ich habe lange kein Buch mehr zu Ende gelesen, wenn ich überhaupt freiwillig eins in die Hand nahm, aber dieses Buch versetzt mich auch nach fast zehn Jahren Literaturstudium in helle Begeisterung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniales Comming-off-Age aus deutschen Landen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mitte der Welt. 8 CDs. (Audio CD)
Dieses Buch sticht nicht nur wegen der Thematik, sondern auch wegen seinem Schreibstil erheblich aus der Masse der Kinder- und Jugendbücher in Deutschland heraus. In poetischen Bildern zaubert Steinhöfel das Bild zweier Außenseiter in unseren Köpfen, die mit alltäglichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Phil und Dianne, so die Namen der beiden Protagonisten, Zwillingsgeschwister obendrein, leben mit ihrer Mutter Glas in einem "Visible" genannten Haus außerhalb einer kleinen Stadt. In den ersten Jahren der Kindheit dringt kein weiteres Lebewesen, bis auf die beste Freundin der Mutter, in dieses Idyll. Erst mit dem Schulbeginn beginnt die eigentliche Sozialisierung der beiden - und schlägt auf Grund der Ablehnung durch die Dorfbewohner fehl. Wir dürfen die beiden bis zum Ende der Pubertät begleiten. Zwei völlig verschiedene Entwicklungen werden hier durchlaufen, obwohl die Grundvoraussetzungen identisch sind. Hier ist Steinhöfel eine wunderbare Psychologisierung gelungen. Auch die Konflikte innerhalb der Familie, die Sprachlosigkeit zwischen den drei fast wie Inhaftierte lebenden, vermag er plausibel und stimmig darzustellen. Ganz besonderen Wert hat Steinhöfel auf den Wechsel der Positionen der Kinder gegenüber der Mutter gelegt. Zu Beginn der Geschichte ist sie eher negativ belegt erfährt dann im Laufe der Zeit jedoch so etwas wie eine Rehabilitation. Das Verständnis der Kinder für das Verhalten der Mutter reift erst heran, als die Kinder in die Pubertät kommen und diese durchschreiten. Recht früh wird klar, das Phil homosexuell ist. Diannes Neigungen werden nicht klar spezifiziert, so dass erst kurz vor Ende des Buches aufgeklärt wird, ob auch sie die gleichgeschlechtliche Liebe bevorzugt. Ich kann dieses Buch nur uneingeschränkt empfehlen sowohl für Jugendliche als, und gerade auch, für Erwachsene. Die Lesung von Rufus Beck tut ein Übriges, dieses Buch zu einem Lesevergnügen und Hörgenuss zu machen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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