„Die Mission des Wanderchirurgen" ist eigentlich angenehm erzählt, wenn man einmal davon absieht, dass alles nach dem gleichen Schema abläuft wie in den beiden Vorgängern:
Vitus hatte seiner großen Liebe Arlette auf dem Sterbebett geschworen, die Ursachen der Pest zu erforschen und ein Heilmittel zu finden. Im Zuge dieser „Forschungen" erleben Vitus, der Magister und Enano wieder allerlei Abenteuer. Die Abenteuer sind gottlob nicht so kurios sind wie im zweiten Band, sondern im meistens passabel.
Auf der Suche nach der Ursache der Pest bzw. einem Heilmittel bereisen die drei Freunde Teile von Afrika, ziehen durch Oberitalien und von dort aus zurück nach Campodios. Sie werden als Galeerensklaven verkauft, sollen Bewässerungssysteme in einer Oase ausheben, fliehen vor fanatischen Geißlern und vor der Pest.
Die Suche nach dem Erreger der Pest war für mich aus heutiger Sicht zwar spannend (daher auch die drei Sterne), aber Serno wärmt im dritten Band zu häufig Geschehenes aus den vorangegangenen Büchern wieder auf. Zum Beispiel erzählt er nochmals die Geschichte des Kennenlernens der drei Protagonisten von A-Z und wie Vitus um sein Erbe gebracht werden sollte. Für Neueinsteiger gut, für diejenigen, die die Vorgänger bereits gelesen haben, langatmig & weitschweifig. Außerdem führt Vitus ein Tagebuch über die Geschehnisse, so dass der Leser auch auf diese Weise so manches doppelt „hinter sich bringen" muss. Mir schienen die 702 Seiten daher ziemlich aufgebläht.
Schema F, weil wieder eine Unmenge von Personen kurz auftaucht und verschwindet (okay, ich sehe ein, so ist das auf Reisen nun einmal, aber gestört hat es mich trotzdem) und weil bis auf die Erforschung der Pestursachen alles im gleichen Trott wie bei den Vorgängern abläuft: Alles geht glatt, alle werden/sind glücklich, alle Probleme sind im Handumdrehen aus der Welt geschafft. Sorry, aber wie bei den Gags im TV wird das spätestens bei der dritten Wiederholung langweilig ;-(.
Fazit: Lieber bis zur Taschenbuchausgabe warten!