47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Thriller des neuen Jahrtausends, 6. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Millennium Trilogie: Verblendung - Verdammnis - Vergebung (Gebundene Ausgabe)
Stieg Larsson hat mit seiner "Millennium Trilogie" drei Romane geschaffen, die seinesgleichen suchen. Mit "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" schrieb er Bücher, die mit tollen Charakteren, einer spannenden Story und interessantem Hintergrundwissen daherkommen.
Für Neueinsteiger werde ich nachfolgend den Inhalt des ersten Buches zusammenfassen, auf die inhaltliche Komponente bei den anderen beiden Teilen werde ich aus Spoilergründen aber verzichten.
Der Protagonist Mikael Blomqvist, Chefredakteur der Zeitung "Millennium", wird erfolgreich wegen übler Nachrede verklagt, weil er über die Arbeitsweisen eines Großunternehmers geschrieben hat. Dadurch ist sein Ruf derart angeschlagen, dass ihm das Angebot des Oberhauptes der Familie Vanger - Henrik Vanger - als verlockend erscheint: Mikael soll eine Familienchronik erstellen. Dafür nistet sich Mikael auf der Insel Hedeby ein, auf der der Großteil der Familie Vanger heute noch lebt. Was außer ihm und Henrik keiner weiß, ist die Tatsache, dass Mikael die Familienchronik eigentlich gar nicht erstellen soll. Er soll ein altes Geheimnis der Familie Vanger lösen und dem Großmagnaten Henrik Vanger damit Seelenfrieden schenken: Henriks Großnichte Harriet verschwand bei einem Familientreffen auf der Insel spurlos.
Je tiefer Mikael Blomqvist in die Vergangenheit der Familie Vanger eindringt, desto gefährlicher wird das Leben auf Insel für ihn.
Das ist die Rahmenhandlung des ersten Romans "Verblendung". Zur Namensgebung der Romane von Seiten des Heyne-Verlages sei hier nicht eingegangen, denn die Originaltitel der schwedischen Ausgabe sind da um einiges ergiebiger und vor allem logischer.
Stieg Larsson hat mich bei dem ersten Teil mehr als verblüfft: Mehr als 700 Seiten - Sie müssen wissen, dass ich kein großer Fan von seitenlastigen Büchern bin - und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, so dass ich in kürzester Zeit mit der Lektüre fertig war und mir den nächsten Teil sofort gekauft habe.
Larsson hat einen schnörkellosen und geradlinigen Stil, der selbst unspektakuläre Sachverhalte, wie das Durchwühlen von Fotos, zu etwas Spannendem macht. Die Charakterisierung seiner Darsteller geschieht dabei so nebensächlich und nachvollziehbar, dass einem Mikael sofort sympathisch ist.
Natürlich darf bei einer solch umfangreichen Trilogie der weibliche Cast nicht zu kurz kommen, wofür Stieg Larsson sich die Figur der "Hobby-Detektivin" Lisbeth Salander ausgedacht hat. Anfangs parallel werden die Charaktere und ihre Storyline erzählt, um sie sukzessive zusammenzuführen.
Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, denen ich das erste Buch geschenkt habe (ausnahmslos alle waren begeistert) oder die die Bücher ebenfalls gelesen haben und wir waren uns alle einig, dass Lisbeth diejenige ist, die das Geschehen so einzigartig macht. Ihre frechen Kommentare, ihre spannende Vergangenheit und ihre Kompromisslosigkeit, mit der sie ihre eigenen Recherchen durchführt, machen die Figur zu etwas Besonderem.
Dem potentiellen Leser wird natürlich klar sein, dass es in solchen Trilogien auch herausragende und auch schwächere Teile gibt. Mir persönlich haben der erste und der dritte Teil außerordentlich gut gefallen, wohingegen ich den zweiten stellenweise übertrieben und von den Reaktionen und Handlungen der Charaktere als "too much" empfand, da sich Lisbeth zum Ende hin in eine Art "Mega-Superhelden-Genie" entwickelt.
Trotzdessen, dass ich die Bücher in der Paperback-Ausgabe erworben hatte, MUSSTE ich mir diese bibliophile Schuber-Ausgabe einfach zulegen, denn preislich ist sie unschlagbar: Der Käufer spart fast fünfzig Prozent im Vergleich zu den Einzelkäufen der gebundenen Bücher. Äußerlich macht der Schuber auch so einiges her und sieht im Regal sehr schmuck aus. Zwar sind die Ausgaben nicht mit Schutzumschlag versehen, so dass das Cover direkt auf das Buch gedruckt wurde, aber dafür hat der Larsson-Neueinsteiger, aber auch der Fan der Reihe eine hübsche Gesamtausgabe mit allen drei Bänden. (Sollte jedoch noch ein vierter Teil publiziert werden, wäre es ärgerlich, aber darüber tröstet die Tatsache hinweg, dass wir die "Millennium"-Zeitung dann noch nicht alleine lassen müssen!)
Wie sagt der Kritiker Dennis Scheck in seiner Sendung "Druckfrisch" immer so schön: "Vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue!"
Und das Gleiche sage ich Ihnen auch: Vertrauen Sie mir! - diese Ausgabe ist ihr Geld wirklich wert.
Wobei ich abschließend noch eine kleine Warnung aussprechen muss:
Die Bücher machen süchtig!!!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Thriller einer neuen Generation, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Millennium Trilogie: Verblendung - Verdammnis - Vergebung (Gebundene Ausgabe)
Selten hat mich eine Story so gefesselt.
Schade, dass sie durch den frühen Tod von Larsson nicht weitergesponnen werden wird.
Charaktere, wie sie kaum gegensätzlicher sein können und die trotz unterschiedlichster Vorstellungen und Werte im Detail sich auf der großen Linie einem Ziel verpflichtet fühlen.
Manchmal schlich sich bei mir ein leichtes Unbehagen ein, ob es diese Zusammenballung von Sadismus, Frauenfeindlichkeit, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, sexueller Freizügigkeit usw. so überhaupt geben kann. Wenn ja, ist das Ergebnis einfach so faszinierend wie die vorliegende Handlung.
Die Handlungsstränge sind so detailliert miteinander verwoben, dass man auch scheinbaren Nebenwegen gebannt folgt.
Manchmal musste ich mich beherrschen, nicht einfach umzublättern, sondern weiterzulesen, wenn die Protagonisten, anstatt den Plot weiterzutreiben, sich Brote schmieren, am Fenster sitzen oder in der Badewanne liegen ... zum wahnsinnig werden!
Der Umgang mit Wahrheit, Offenheit, Gerechtigkeit, Zivilcourage, Eigeninteresse und -nutz usw. ist erfrischend anders als der klischeehafte Roman mit Gutmensch gegen Schlechtmensch.
Womit ich mal wieder Schwierigkeiten habe (aber das ist öfters so!), sind die Titel. Der Autor sollte seinem Roman einen Titel geben und der sollte dann bei der Übersetzung so genau wie möglich übernommen und nicht von einem Marketing-Menschen im Verlag gewählt werden, nur weil dem dazu eine dreiteilige Alliteration einfällt.
Sehr zu empfehlen!
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