Nagib Machfuss malt mit herrlichen Farben, er ist ein Künstler. Und er ist ein starker Mann, der die Stärke der Frauen anerkennt. Die Männer sind allemal Käutze und wenn sie als Mekka- Pilger von der Reise zurückkommen, wird die Straße gefegt und mit Sand bestreut und man feiert, daß es eine Pracht ist. Wasserpfeife rauchen ist eine Sache, Geschäfte machen eine andere. Das alles wird vollzogen in der Midaq-Gasse, die doch schon ein gut` Teil von Kairo ist. Aber das Beste an diesem Roman-(Gemälde) sind die Frauen und die eigentliche Protagonistin ist Hamida, die junge, freche, die auch nicht aufgibt, als ihr von Abbas al-Hilu ein Bierkrug das Gesicht bläut. Und Umm-Hamida, die Mutter (von Hamida) wittert schon das Glück ganz in der Nähe. Ja, so sind sie die tüchtigen überlebensfähigen Mädchen und Frauen und die Männer müssen sich tüchtig strecken, um ihnen gerecht zu werden, da darf man schon einmal zum Philosophen werden, zur Wasserpfeife greifen oder mehr. Und die alte Rolle des "Ehrenwerten", des auch in anderen Religionen so hochgeschätzen Bündnisses von "weisen" Männern ist in Gefahr. Obacht!. Gut, der Roman erzählt eine Geschichte aus den 40-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und die kleinen politischen Anspielungen fehlen nicht, aber die Veränderungen unter den Menschen sind im Gange (nicht nur in Kairo, sondern im gesamten nahen Osten in womöglich guter Hinsicht !).--- Ein herrlich erfrischendes Buch, das Lust auf mehr macht.