Also spätestens seit Dan Browns "Da Vinci Code" kennt sie jeder, die Merowinger und so; die vergraben nämlich Schätze und sind Vor- und Nachfahren von wem auch immer. Sämtliche Dan Brown Leser muss ich leider an dieser Stelle etwas ernüchtern; auch wenn Dan Browns Held im Buch fiktiv Geschichte lehrt, gross Ahnung hat dieser definitiv keine, besser: gar keine... Sorry.
Aber wer waren die Merowinger, Franken und Karolinger? Die gut gemachte, durchaus unterhaltsame Doku erzählt ihre Geschichte. Die Merowinger waren das Herrschergeschlecht der Franken, die als sichtbares Zeichen ihre Haare lang als Mähne trugen. Sie füllten nach dem Untergang des weströmischen Reiches das entstandene Vakuum und gründeteten im 5./6. Jht. ein erstes, einheitliches westeuropäisches Reich. Die Doku erzählt von ihrer Christianisierung, ihrer Rolle als Schutzmacht des Papstes in der Frühzeit, als Wegbereiter des Christentums und späteren Konflikten mit Rom; als Auseinandersetzung dahingehend, wem den nun eigentlich die Macht gebühre. Im Jahr 800 wird Karl der Grosse, ein Enkel Karl Martells und Sohn Pippins des Jüngeren von Papst Leo III zum Kaiser des weströmischen Reiches gekrönt. Daher stammt die historische Zuordnung ab Pippin dem Älteren als Karolinger für die fränkischen Herrscher.
Die Doku ist unmodern, kein fliessendes Blut, keine Grossaufnahmen von verzweifelten Gesichtern, keine in Zeitlupe abgeschlagenen Köpfe; Schlachten und Kriege werden eher erklärt, anstatt diesen in opulenten Bildern zu huldigen. Da ist nur und aber Geschichte, die von den Anfängen Europas erzählt.