Heiko Frömming liefert in seinem Buch einen recht guten Einstieg in die Mensch-Tier-Beziehung und deren Nutzung im Rahmen tiergestützter Therapie. Das Buch bezieht sich jedoch nicht, wie vom Titelzusatz "Theorie und Praxis tiergestpützter Pädagogik" versprochen auf den pädagogischen Einsatz von Tieren. Tatsächlich wird dieser nur in einem Kapitel, nämlich "Hunde in der Schule" angeschnitten, ja nichteinmal der Begriff "tiergestützte Pädagogik" oder dessen englische Entsprechung "animal-assisted pedagogy/education" wird erklärt oder findet in sonstiger Weise Beachtung. Wer sich von diesem Buch also erhofft, Hinweise für den Einsatz von Tieren im pädagogischen Kontext zu finden, wird größtenteils enttäuscht werden. Frömming befasst sich fast ausschließlich mit Methoden der tergestützten Therapie (animal-assisted therapy), die von tiergestützten Aktivitäten/Fördermaßnahmen (animal-assisted activities), sprich Tierbesuchsdiensten, und tiergestützter Pädagogik deutlich abzugrenzen ist. Er behandelt nach der Erläuterung einführender Grundlagen zur Beziehung zwischen Mensch und Tier - Kap. 2 Historischer Kontext, Kap. 3. Verbundenheit und Kommunikation, Kap. 4 Tiergestützte Pädagogik (?) und Therapie (Begriffsklärungen [AAA, AAT und pet therapy], Aufzeigen der Wirkungen von Tieren auf Menschen, geeignete Tiere) - das therapeutische Reiten, die Delfintherapie, Tiere in der Altenarbeit, Tiere in der Resozialisation und im Strafvollzug. Anschließend geht er auf Hygieneprobleme, das Tierschutzrecht und die Schattenseiten der Nutztierhaltung innerhalb der deutschen Gesellschaft ein.
Empfehlenswerter als Frömmings Buch finde ich für das von ihm abgedeckte Themenfeld "Menschen brauchen Tiere - Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik und Therapie" von Olbrich/Otterstedt (2003), da es einen umfassenderen Überblick über das gesamte Tätigkeitsfeld tiergestützter Maßnahmen bietet und im Gegensatz zu Frömmings "Die Mensch-Tier-Beziehung", das meiner Meinung nach lediglich eine Einführung in die tiergestützte Therapie bietet, zudem seinem Titel gerechter wird und tatsächlich auch ein Kapitel zur Pädagogik mit Tieren enthällt.