Die Idee an sich ist gut: man nehme die bedeutendsten Klassiker der Strategielehre (Clausewitz, Tsunetomo, Machiavelli, Musashi, Seneca, Sun-Tzu), arbeite ihre Kernthesen heraus und übertrage sie in das heutige Leben (... und wie sie beruflich und privat von ihnen profitieren können). Die Herausarbeitung dieser Thesen gelingt Dipl.-Kfm. und Unternehmensberater Brunken recht anschaulich. Er teilt das Buch in die östlichen Schulen (Sun-Tzu, Musashi, Tsunetomo), sowie in die Westlichen (Seneca, Machiavelli, Clausewitz). Interessant sind hierbei die Lebenswege der o.a. Personen. Gut ist, daß die wichtigsten Thesen in Lektionen zusammengefaßt werden. So erhält man eine schnelle, allgemeingültige Übersicht. Allerdings mißlingt der Versuch die Thesen in die heutige Zeit zu setzen. Brunken greift z.T. sehr persönliche Parameter heraus und "übersetzt" diese in die heutige Zeit (und so erfährt man auch eine Menge Persönliches über den Verfasser). Heraus kommt u.a., Abschnitt Musashi, Lektion 2.7: Den Gegner lenken (S. 86 f.), sinngemäß: Ich suchte eine Mietwohnung (mit Kind) und hatte 21 andere Interessenten, die es zu schlagen galt. "Ich holte mir allerlei Informationen über die Vermieterin und erfuhr, daß diese rote Rosen liebt, also schickte ich ihr einen großen Strauß Rosen - und bekam so die Wohnung." od. und hier erfährt der Leser, daß selbst die Lektorin sich nicht zurückhalten konnte: Abschnitt Seneca; Anwendung 4.3 und 4.4 Zeitgeiz (S. 178 f.), sinngemäß: "Ich kaufte bei IKEA und die Kassenschlange war mir zu lang, also ging ich zur Information und beschwerte mich über die Personalpolitik. Die Sachen ließ ich einfach dort und verschwand." oder Abschnitt Musashi Lektion 2.9 Stärken kennen und nutzen (S. 89), sinngemäß: "Ich brauchte Geld für mein Studium, also überlegte ich, was ich besonders gut kann: Turniertanz. Also eröffnete ich eine eigene Tanzschule." Gehören solche Plattitüden in ein Buch mit diesem Thema? Auch der Versuch die Thesen in die Finanzwelt (z.B. Aktien) zu transferieren mißlingt, weil die Tips leider strikt banal oder logisch sind.
Fazit: Die Zusammenfassung der Werke ist gut, aber jeder sollte die (für sich wichtigen) Thesen auf sein eigenes Leben übertragen. Subjektive Übertragungen des Verfassers sind hier nicht angebracht, da eine Interpretation in die heutige Zeit zu sehr streut.