nachfahre einer weltberühmten familie zu sein, heißt nicht automatisch, ein gutes buch über diese familie schreiben zu können. dabeigewesen ist der sproß damals, als die blütezeit der medici war, auch nicht, was sollte er denn nun neues oder besseres darüber schreiben können, als tausende autoren vor ihm?
ich bin letztendlich alles in allem enttäuscht. der stil ist teilweise sehr holprig, manche dinge werden ein paar mal wiederholt, so dass man glauben könnte, der autor hat sein werk nie im ganzen gelesen (z.b. die sache mit den mediceischen gestirnen). viel zeit und papier wird darauf verwendet, familiäre zusammenhänge aufzuschreiben, wer wen heiratete, wie die medici mit den europäischen großfamilien verwandt und verschwägert waren und sind. nichts gegen familienstolz, aber der leser ermüdet, weil er dem komplizierten gewirr aus namen irgendwann nicht mehr wirklich folgen kann. es ist letztlich auch unerheblich.
dafür, dass die medici die herausragende familie der renaissance italiens oder gar europas war, wird diese zeitepoche mit zweieinhalb seiten sehr stiefmütterlich behandelt. es geht dem autor aber gar nicht um schlüssige analysen von menschen in ihrer zeit. er plaudert mal hiervon, mal darüber, entsprechend seiner persönlichen vorlieben. viel wird z.b. geschrieben über caterina, und mit verständlicherweise viel stolz (mutter dreier könige etc.). aber ein wörtchen zu ihrer rolle in der bartolomäusnacht wäre doch angebracht gewesen...
letztlich ein buch, das geschrieben wurde, um den stolz eines nachfahren auf seine familie zu bekunden, aber doch entbehrlich für jemand, der sich schon mit dem thema medici bei anderen autoren belesen hat (z.b. die medici von james cleugh).