Fünf Jahre Warten waren ganz schön lang für die neue Platte von Anna Depenbusch. Hat es sich gelohnt? Einerseits ganz klar ja, denn "Die Mathematik ..." ist trotz des etwas merkwürdigen Titels ein wunderbares, abwechslungsreiches Album geworden. Anspieltipp "Glücklich in Berlin", das alles vereint, was Anna Depenbusch ausmacht: Der Hang zur Melodieseeligkeit, die Kunst, aus Worten wahre Texte zu machen und die Fähigkeit, den Zuhörer dabei ins Herz zu treffen. Wenn man dem Werk andererseits überhaupt etwas vorwerfen kann, dann allenfalls, dass es im Vergleich zu den traumhaft schönen Liveauftritten der Künstlerin vielleicht etwas überproduziert, etwas zu glatt, zu perfekt daher kommt. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Sagen wir es daher lieber so: Wir würden gerne eine Liveaufnahme zusätzlich kaufen können, nur Anna mit Gesang und Klavier, begleitet von Bass und Gitarre. Ganz reduziert und nicht minder aufregend. Wer die Chance hat, sie live zu erleben, der sollte sie unbedingt nutzen. Und Anna wünschen wir, dass mit der neuen Platte auch der verdiente kommerzielle Erfolg kommt, der sie möglichst nicht zu sehr verändert. Auf dass das nächste Album nicht wieder erst nach fünf Jahren folgt.
Nachtrag vom 24. September 2011
Wie schön. Seit gestern gibt es die "Mathematik" auch als Solo-Album am Klavier. Und beide sind toll, jeweils auf ihre eigene Art und jeweils wunderschön. Nachhaltiger Kauftipp.