Commissario Trons vierter Fall in Venedig ist verknüpft mit politischen Intrigen der z.Zt. in der Lagunenstadt regierenden Königsfamilie der österreichischen Monarchie. Dazu kommen noch Rebellen, die einen Anschlag planen.
Mit altem, schon etwas verblichenem Adel und wienerischem Charme versucht Tron, durch das gefährliche Fahrwasser von Politik, Verbrechen und den kleinen Abhängigkeiten, die er seiner Verlobten gegenüber hat, zu steuern. Es ist amüsant zu beobachten, wie es dem durchaus nicht ehrgeizigen Commissario trotz aller Widrigkeiten jedesmal gelingt, seinen Fall zu lösen.
Einen wunderbaren Genuß bieten auch die Nebenfiguren mit ihren speziellen Eigenheiten: z.B. die Mutter, eisern an Traditionen festhaltend, die ihre offensichtliche Armut in ihrem Palazzo mit robuster Eleganz überspielt, oder der ältliche Polizeichef, der Süßigkeiten ohne Ende futtert, eine jugendliche Freundin, aufgepeppte Klamotten und einen Hang zum Literarischen hat. Das alles wurde unaufdringlich zu sehr lesenswerter Unterhaltung verquickt, die viele Möglichkeiten zum Schmunzeln bietet und zugleich spannend ist.
Ein Buch für Freunde geschmackvoller Krimis, sehr empfehlenswert. Falls man es sich leisten kann, sollte man aber mit dem ersten Band, Schnee in Venedig, beginnen und dann der Reihe nach weiterlesen (2.: Venezianische Verlobung, 3.: Gondeln aus Glas).
Ebenfalls sind die Hörbücher dieser Reihe sehr zu empfehlen, da es hier gelungen ist, den richtigen Sprecher zu finden. Sehr apart klingt ein leichtes Wienerisch durch, aber nur wenn nötig, ansonsten wird gut gesprochen und betont, was an sich schon eine Seltenheit ist. Leider sind die Hörbücher gekürzt, wie so oft, aber trotzdem ein seltener Genuß.