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Die Masken des Teufels: Thriller Taschenbuch – 15. November 2010


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (15. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442473373
  • ISBN-13: 978-3442473373
  • Originaltitel: La Promesse des ténèbres
  • Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 3,8 x 18,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 507.843 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Maxime Chattam wurde 1976 in Montigny-lès-Cormeilles geboren. Er studierte Literaturwissenschaft in Paris und beschäftigte sich lange Zeit intensiv mit dem Theater, doch seine ganze Leidenschaft galt schon immer dem Schreiben. Die Recherchen für sein erstes Romanprojekt führten ihn nach Amerika, wo auch ein Teil seiner Familie lebt. Aufgrund seines Interesses für Thriller durchlief er ein einjähriges Training in Kriminologie und eignete sich Kenntnisse in Gerichtsmedizin und forensischer Psychologie an. Um der Kriminalliteratur verbunden zu bleiben, war er anschließend als Buchhändler tätig, nebenher arbeitete er an seinem ersten Roman. »Das Pentagramm« war auf Anhieb ein solcher Erfolg in Frankreich, dass Maxime Chattam sich mittlerweile ausschließlich dem Schreiben widmen kann. Er lebt in Poissy.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

So stellte sich Brady seine letzten Augenblicke vor. Schon als kleiner Junge war er fest davon überzeugt gewesen, dass er früh und qualvoll sterben würde. Normalerweise verblasst diese Vorstellung mit dem Heranwachsen, bei ihm aber war sie hartnäckig bestehen geblieben.
Bisweilen tauchte sie plötzlich auf, zum Beispiel nach einem Film, wenn der Abspann einsetzte und die ersten weißen Buchstaben über die schwarze Leinwand flimmerten.
Brady gehörte zu jenen sensiblen Cineasten, bei denen das Gesehene einen starken Eindruck hinterließ - die Streifen wirkten direkt auf seine Seele ein. Wie oft war er nach einer Vorstellung euphorisch oder auch völlig erschöpft?
An jenem Tag hatte er erneut zum x-ten Mal Casablanca gesehen. Dieses faszinierende Paar, diese unerfüllte Liebe. Der Abschied auf einer Gangway und dieser letzte Satz, der in den Olymp der Schlusseinstellungen gehört, so wie bei Citizen Kane. Ein quasi mystisches Gefühl, das erneut in ihm die Gewissheit aufsteigen ließ:
Ich werde jung sterben, und es wird brutal sein.
Wie kam er nur auf so etwas?
Sicher, die melancholische Stimmung eines Filmes hat eine merkwürdige Macht über den Geist. Er hatte oft festgestellt, dass Männer nach einem James Bond die Brust aufblähten, dass Filme mit Meg Ryan die Augen der Frauen zum Leuchten brachten und ein ganz besonderes Lächeln auf ihre Lippen zauberten: zwischen Verzweiflung und Resignation. Wohingegen ein guter Woody Allen für gute Laune und lebhafte Diskussionen zwischen Freunden sorgte.
Für ihn war es inzwischen anders geworden. Er hatte keine Zeit mehr, ins Kino zu gehen. Die Ausbreitung der Multiplex-Kinos auf Kosten der kleinen charmanten Filmtheater gleich um die Ecke hatte ihn nach und nach aus den dunklen Kinosälen vertrieben.
Er hatte sich seine Höhle eingerichtet.
Einen Teil seines Lofts in Brooklyn hatte Brady in ein Privatkino verwandelt. Es war ein ehemaliges Lagerhaus mit großen Räumen und hohen Spitzbogenfenstern. Brady mietete die gesamte obere Etage und musste, um seinen Schlupfwinkel zu betreten, das schwere Gitter des Lastenaufzugs hochziehen. Er trat direkt in seinen riesigen Arbeitsraum, in dem jeder Schritt widerhallte und wo er sogar in der Übergangszeit einen Pullover tragen musste, so schwierig war er zu heizen.
In seinen Augen war der Ort ideal, geräumig und funktionell.
Das perfekte Stabsquartier für einen unabhängigen Reporter.
Sein Schreibtisch war der Mittelpunkt: ein langes Brett auf Böcken, wo Karten, Notizen und Bücher herumlagen; ein Zeichentisch; eine Fotoecke; sein Informatikbereich mit Computern, Scannern, Druckern und anderen summenden Geräten und endlose Regale mit allem möglichen Krimskrams. In einer Ecke hatte er sein Freizeitareal eingerichtet, wo er viele Nächte verbrachte: Sessel, Sofa, Einbauküche und schließlich auf ihrem Thron seine elektrische Gitarre. Bei einer derart tollen Akustik drehte Brady den Verstärker auf und spielte stundenlang, wobei die natürlichen Echos die Effekt-Pedale ersetzten.
Ganz am Ende zwischen zwei großen Filmplakaten öffnete sich eine schwarze Tür auf einen fensterlosen Raum, der mit violettem Stoff verkleidet war. Möbliert war er mit einer fleckigen, abgewetzten Sitzreihe, die er bei der Schließung seines Lieblingskinos ergattert hatte. Eine mehr als drei Meter breite weiße Leinwand zog sich über die hintere Wand, und von der Decke hingen rechts und links Lautsprecherboxen. So viel zur Ausstattung, die nichts mit dem so sauberen, aber unterkühlten digitalen Bild gemein hatte. Er war wirklich kein Freund dieser gestochen scharfen Bilder, denen die Magie des Zelluloids fehlte, doch das war der Preis, den er für sein privates Heimkino zahlen musste.
An diesem Donnerstagmittag schaltete er den Beamer aus, der an der Decke summte, und schloss die Tür hinter sich. Die Frische seines Ateliers riss ihn aus seiner Benommenheit. Er legte die DVD zwischen zwei Stapeln mit Enzyklopädien und alten Videokassetten ab und postierte sich vor einem der Fenster.
Der Heizkörper gab ein Gluckern von sich.
Die winterliche Kälte hatte dieses Jahr frühzeitig eingesetzt. Es lag zwar noch kein Schnee, aber er würde sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dezember 2000 - trotz der Prophezeiungen der Prediger vom Times Square hatte New York den Millenniumswechsel überlebt, die Jahreszeiten hatten sich jedoch mit einer gewissen Verzögerung eingestellt, sodass der Eindruck entstand, die Welt hätte den Übergang doch nicht ganz unbeschadet gemeistert.
Bradys Gesicht spiegelte sich in der Scheibe.
Von der Skyline Manhattans umgeben, gruben seine Augen zwei schwarze Löcher in das Glas, die an die Krater von Meteoriten erinnerten. Sie zeigten keine Gefühle, alles schien sich anderswo abzuspielen, tief im Innern, im Allerheiligsten einer unterirdischen Welt, deren Oberfläche nichts verriet. Schmaler Mund, umgeben von einem sprießenden Bart, kaum sichtbare Grübchen in den Wangen, lange dunkle Haare. Nach den Kriterien der Magazine vom Big Apple wies Brady nicht das Äußere des attraktiven Mannes auf, doch er strahlte eine betörende, verführerische Selbstsicherheit aus. Brady gehörte zu diesen Menschen, die sich aufrecht halten, deren Schritt nicht nur schüchtern den Boden berührt, sondern ihn erobert, die sich ihren Weg durch die Menge bahnen und denen man eher ausweicht, als sie anzurempeln.
Jetzt, da er über vierzig Jahre alt war, wurde es schnell still ringsumher, wenn er das Wort ergriff, und er hatte mehrmals Freunde sagen hören, er hätte fast etwas Einschüchterndes.
»Du vermittelst das Gefühl, äußerst selbstsicher zu sein!«, erklärte man ihm. »Nicht eingebildet, eher von der Sorte >super-cool-schwer-zu-beeindrucken<. Man hat das Gefühl, du hast vor nichts Angst.«
Das Gefühl.
In gewisser Hinsicht hatte Brady nichts gegen dieses Bild einzuwenden: Die Jahre hatten ihm eine oberflächliche Sicherheit gegeben. Was er wirklich empfand, versteckte sich hinter einer Fassade, die durch seine Falten noch hermetischer geworden war. Was sich dahinter abspielte, ging nur ihn etwas an. Eine stark ausgeprägte Verletzlichkeit gegenüber »Scheingefühlen«.
Die des Kinos, noch einfacher aber die des Spiels der Menschen, die Spaß daran hatten, einander bloßzustellen, zu belügen und zu manipulieren.
Brady verspürte nicht viel bei den alltäglichen Ereignissen und gehörte nicht zu denen, die »Mein Gott!« ausriefen, sobald ein Kindermord bekannt wurde. Sein Herzschlag beschleunigte sich auch nicht, wenn er auf der Straße von einem Polizeibeamten angehalten wurde, der seine Papiere kontrollieren wollte. Das Ganze stellte für ihn nur eine Informationsgrundlage dar, die zwar von seinem Gehirn registriert wurde, nicht aber den emotionalen Filter passierte. Was ihn wirklich betraf, war anderswo angesiedelt. In der Domäne des Spielerischen. Was ihn berühren konnte, hatte eine gewisse Leichtigkeit.
Seit seinen Studentenjahren betrachtete er die Menschen als eine wenig entwickelte Spezies, die ein Theaterstück spielte, das strikten und selektiven Regeln unterlag. Die guten Sitten, die politische Korrektheit, die Beziehungsheuchelei, der Pazifismus, die Treue, die Ehe, die Notwendigkeit, Kinder zu zeugen, oder aber die Religionen. Das alles lehnte er komplett ab.
Das hatte ihn zu einem besonderen Schüler gemacht, wenig geschätzt von den meisten, verehrt nur von einer Minderheit. Er sagte ausschließlich das, was er dachte, und gab nie ein Wort von sich, wenn es nicht nützlich war. Er verführte ein Mädchen, wenn es ihm gefiel, ob er gerade gebunden war oder nicht, und behauptete, das Verb »lieben« würde generell im Plural konjugiert. Er war überzeugter Atheist, ein Phlegmatiker, der sich, wenn er es für notwendig hielt, bisweilen auch prügelte. Gewalttätigkeit, so Brady, diene als Ventil für das Leben in der Gesellschaft. Das harmonische Zusammenleben so vieler...

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Kundenrezensionen

4.1 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von cossmo am 29. März 2011
Dieses Buch ist sicherlich nichts für zwartbesaitete. In die Abgründe, in die der Journalist Brady in New York im wahrsten Sinne des Wortes abtaucht, ist einfach nur abartig. Es beginnt mit dem Selbstmord der Hardcore Darstellerin Ruby, die in Satanisten Pornofilmen mitgespielt hat, die an Widerwärtigkeit ihresgleichen sucht.
Die Recherchen konfrontieren Brady mit Seiten und in New York, die ihm bislang verwehrt wurden und mit den Maulwürfen, die im UBahn Tunnelsystem New Yorks hausen.
Wer hinter den Produktionen der Filme steht und wie Brady immer mehr zum gebrochenen Menschen mutiert, müsst ihr selbst lesen.
Wirklich harte Lesekost, da Maxim Chattam wirklich sehr detailliert beschreibt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Pixie am 21. Mai 2012
Verifizierter Kauf
Vor den Augen des Journalisten Brady erschießt sich Rubis, ein junges Mädchen das in die Fänge eines Zuhälters gelangt und durch dessen Einfluss immer tiefer in die Abgründe der Pornoindustrie abgerutscht ist. Der Stamm, welcher für Rubis Tod verantwortlich ist, ist eine Kultgemeinschaft fanatischer, triebgesteuerter Männer der übelsten Sorte, welche sich auf Vergewaltigung und Folter der Opfer spezialisiert haben.
Brady will die Hintergründe von Rubis Selbstmord erforschen und stößt bei seinen Ermittlungen auf den Stamm. Diesen versucht er mit allen Mitteln aufzuspüren und lässt sich deshalb mit dubiosen Gestalten ein, wodurch er immer tiefer in einen Strudel gepaart von Neugier, Faszination und Hass, gerät. Er erkundet die Unterwelt der Stadt, in welcher Tausende Obdachlose, Drogenabhängige und Verrückte hausen.
Zeitgleich ermittelt Bradys Frau, eine Polizistin, im Falle des Selbstmordes von Rubis und deckt mit ihrem Partner parallel zu Bradys Nachforschungen, die dunklen Geheimnisse rund um Rubis Umfeld auf.
Das Buch ist sehr ansprechend, flüssig und vor allem glaubhaft geschrieben. Die Abgründe wie weit ein Mensch für seine Lust gehen kann, werden hier mehr als deutlich dargestellt.
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Von Thomas M. VINE-PRODUKTTESTER am 21. Juni 2014
Mit "Die Masken des Teufels" hat der französische Autor Maxime Chattam einen Thriller geschrieben, der nichts für schwache Nerven ist. In seinem Buch vereinigte er alle Elemente, die ihn auszeichnen. Er bewegt sich hauptsächlich auf dem Gebiet der Thriller, was ihn auch in seinem privaten Leben auszeichnete. Neben einem Studium in den Literaturwissenschaften verschärfte er sein Interesse in den Gebieten Rechtsmedizin, Psychologie und Kriminologie. Eine Kombination, die ihn in seiner Schreibarbeit im Gebiet der Thriller durchaus zugute kommen. Alles zusammen führte dazu, dass er ein mehr als ordentliches Werk hingelegt hat, welches zart besaitete Leser lieber nicht in die Hand nehmen sollten.

INHALT
Brady O'Donnel lebt in New York. Er ist freier Journalist und kann sich seine Themen und Abnehmer selbst heraussuchen. Finanziell ist er mehr als ausgesorgt, doch seine Suche nach einer brandheißen Story reist nicht ab. Eines Tages, auf der Suche nach einem neuen Thema, wird Brady von seinem besten Freund Pierre auf ein neues Thema gelenkt, mit welchem dieser zu Beginn nicht viel anfangen kann: Die illegale Porno-Industrie. Dieser gibt ihm gleich den ersten Kontakt mit an die Hand: Rubis, 20 Jahre alt. Nachdem er auf ihrer Internetseite ihre eigene Vergewaltigung miterlebte und sich unsicher über die Echtheit des Gesehenen war, entschloss er sich, ein Treffen mit ihr zu vereinbaren. Dieses jedoch lief alles andere als geplant - und endete damit, dass sie sich vor seinen Augen mit einer Pistole in den Kopf geschossen hat. Aus Angst, von der Polizei des Mordes beschuldigt zu werden, flieht er und ruft aus einer Telefonzelle anonym die Polizei.
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Verifizierter Kauf
Es ist mein erstes Buch des französischen Autors und wird voraussichtlich auch mein letztes sein. Die Story ist handwerklich gut geschrieben und hat witzige Ideen. Die handelnden Charaktere sind teilweise glaubhaft, teilweise zu flach. Aber die eigentliche Story ist doch ziemlich abstrus und keineswegs "hammerhart". Wahre Härte entsteht durch das Empfinden von Realität, dies hat sich hier bei mir keinesfalls eingestellt. Das Ganze ist viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen, insbesondere auch einige Wendungen am Schluss (ich sage nur "Freund" oder "Münztelefon"). Den 3. Punkt gibt es von mir für die gute Recherchearbeit, insbesondere über die "Unterwelt" von New York und für das konsequente Ende. Ich darf es natürlich nicht verraten aber ich finde es stimmig. Alles in allem -Mittelmaß.
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