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5.0 von 5 Sternen
Beziehung zwischen Natur, Zivilisation und Kunst und insbesondere der Sexualität als heikler Schnittstelle, 24. Oktober 2008
In der Natur herrscht rohe Gewalt als Gesetz der Stärkste überlebt. In der Gesellschaft gibt es Schutzvorkehrungen für die Schwachen. Wo sexuelle Befreiung versucht oder erreicht werde, sei der Sadomasochismus nicht weit. Und an anderer Stelle, noch provozierender: Dieses Buch übernimmt die Perspektive von de Sade, des am wenigsten gelesenen von allen großen Autoren der westlichen Literatur.
Die gesamte westliche Kultur- und Kunstgeschichte sieht sie im Spannungsfeld zwischen zwei Prinzipien: Auf der einen Seite die Hingabe an die rohe, faszinierende Natur des Menschen, vor allem seine sexuelle Natürlichkeit, einschließlich ihrer dunklen, gefährlichen und gewaltsamen Facetten. Dies bezeichnet sie als das chthonische, das heißt zur Erde gehörige Prinzip. Auf der anderen Seite versuche der westliche Mensch seine Integrität als Person gegenüber dem blinden Mahlen der unterirdischen Gewalten, dem endlosen, langsamen Sog, Schlamm und Morast zu behaupten: Durch Konzentration auf das Schöne, durch Ordnung, durch Vernunft und Logik, durch Vergegenständlichung. Dies bezeichnet sie als das apollinische Prinzip. Kunst, so schreibt sie, ist Form, die darum ringt, aus dem Alptraum der Natur zu erwachen.
Ein besonderer Augenmerk gilt der Beziehung zwischen Natur, Zivilisation und Kunst und insbesondere der Sexualität als heikler Schnittstelle zwischen Natur und Kultur. Sie wendet sich sowohl gegen die Idee, Sexualität und Natur aus der Kunst zu verdrängen, als auch gegen die romantische Devise zurück zur Natur. Sie sieht amoralische, aggressive, sadistische, voyeuristische und pornographische Elemente als untrennbare Bestandteile der hohen Kunst, die von der akademischen Kunst- und Literaturwissenschaft ignoriert oder vertuscht worden seien. Auf der anderen Seite warnt sie davor, diesen Elementen freien Lauf zu lassen: Der Verzicht auf gesellschaftliche Kontrolle, die völlige Freiheit des Menschen sei gleichbedeutend mit einer Entfesselung von Gewalt und Lust. Gesellschaft sei kein Verbrechen, sondern die Kraft, die das Verbrechen im Zaum hält.
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