Man darf die Monographien von rororo nicht mit normalen Biographien vergleichen, sind sie doch meist nur so um die 160 - 180 Seiten lang. Bei manchen Künstlern stellt sich aber die Frage, ob man das Vorhaben deren Werk und Leben darzustellen nicht gänzlich verwerfen sollte.
Die Marx Brothers sind definitiv solche Künstler, wie kann man auch das Leben von 5 Brüdern in 160 Seiten packen? Ganz einfach, man lässt vieles weg.
Es fängt noch ganz interessant und auch ausführlich an. Die eher ärmlichen Verhältnisse im Elternhaus, die Jugend die gekennzeichnet war von Straßenkämpfen und Diebstählen und z.B. auch Chicos früh entwickelte Spielsucht sind hier Thema. Man erfährt wirklich viel, wohl fast alles über die Anfänge der Marx Brothers. Doch um so weiter das Buch fortschreitet, desto lückenhafter wird es. Privates ist nich mehr viel zu finden (das finde ich persönlich zum Beispiel recht schade), über Gummo und Zeppo erfährt man kaum was, ganz nebenbei wird mal erwähnt, dass Groucho 3 Ehefrauen und eine Tochter in den Alkohol getrieben hat (allerdings auch nur mit einem Satz, warum wird nicht erläutert), zum Thema Harpo werden bloss einmal kurz seine 4 Adoptivsöhne erwähnt und noch vieles andere wird, meiner Meinung nach, viel zu oberflächlich beschrieben. Dafür ist das letzte Kapitel mit zuviel überflüssigem Inhalt behaftet, so zum Beispiel die seitenlange Wiedergabe "wichtiger" Szenen an welchen gezeigt werden soll, wie schwer diese zu übersetzen sind.
Ein grosser Minuspunkt: Das Buch widerspricht sich an einigen Stellen selbst, so heisst eine von Grouchos Töchtern erst Miranda, dann plötzlich hinten in der Zeittafel Miriam (Miriam stimmt) oder erst heisst es der älteste Bruder Manfred wäre kurz nach der Geburt gestorben, später heisst es er verstarb nach 3 Jahren.
So also 3 Sterne, weil man nicht drum herum kommt das Buch zu lesen, da es ja recht schwer ist, zumindest im deutschsprachigen Raum überhaupt etwas über die Marx Brothers im Buchhandel zu finden. Ansonsten beinhaltet es viel zu wenig Privates und ist auch zu lücken- und teilweise auch fehlerhaft.