Dieses Buch ist eine Art Kuriositätenkabinett des schwedischen Historikers Peter Englund. Die 17 Essais über so verschiedene Dinge wie Sexualität, Zeitgefühl und mißglückte Schlachtpläne sind von dem Bedürfnis getragen zu unterhalten. Dies wird auf zwei Wegen erreicht: Einerseits werden kuriose Begebenheiten aus geschichtlich bedeutenden Zusammenhängen erzählt, zum Beispiel über die Verkettung tragikkomischer Verwicklungen, die zum Scheitern des sowjetischen Plans einer deutschen Revolution führen. Der andere Teil der Aufsätze befaßt sich mit der historischen Betrachtung von Alltagsdingen und -gewohnheiten. Man erfährt z.B., daß die Armbanduhr und die Zigarette Ergebnisse des 1. Weltkrieges sind. Oder daß es bei hochgestellten Persönlichkeiten im Mittelalter geradezu eine Pflicht war, bei jedem noch so kleinen Anlaß herzzerreißend zu heulen. Oder daß im alten Rom Rezepte aus Schweinezitzen und Schlafmäusen die Gourmetkochbücher füllten. Von der im Klappentext versprochenen "analytischen Präzision" kann jedoch kaum die Rede sein. Der Autor bleibt durchweg im Anekdotischen, es gibt kaum Quellenangaben und statt Analyse sollte man besser "Betrachtungen" sagen. Diese sind jedoch durchweg amüsant zu lesen. Wer sich also entweder auf intellektuellem Nieveau unterhalten will oder ohne viel Wissenschaft etwas über die Menschen vergangener Tage erfahren will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)