Aus Sicht des Käufers ist dem Verlag bei diesem Buch ein Riesenfehler unterlaufen: Schon im Klappentext hätte (am Besten in roten Buchstaben) daraufhingewiesen werden müssen, daß jemand, der die drei Marsromane der Autorin nicht zumindest teilweise kennt, dieses Buch nicht kaufen und lesen sollte. Dem unkundigen Leser muß dieser Band mit Kurzgeschichten und Erzählungen wirr und unzusammenhängend vorkommen. Und dieser Leser dürfte dann wohl als Käufer für die Marsromane ausfallen. Schade.
Ganz anders stellt sich die Situation für denjenigen dar, der die Romane "Roter Mars", "Grüner Mars" und "Blauer Mars" von Kim Stanley Robinson kennt. Für ihn wird in dem Band manch Kurzweiliges geboten. Nicht alle Geschichten sind von der Idee her gut, aber der tolle Schreibstil der Autorin reißt hier einiges heraus. Mein Favorit ist die längste Erzählung des Bandes über eine alpinistische Besteigung des Olympus Mons, dem höchsten Berg des Mars. Die Autorin zeigt hier eine phantastische Vorstellungskraft, denn wer ist schon auf dem Mars gewesen. Interessant auch der Entwurf einer Verfassung des Mars.
Leider, und deshalb gibt es von mir auch nur drei Sterne, riecht das Ganze schon nach Resteverwertung. Also nochmals zusammenfassend: Erst die Marsromane von Kim Stanley Robinson lesen, dann, wenn man Lust hat, diesen Band.