Auch ich gehöre zur Gruppe der zahlreichen Leser, die beim Klang des Namens "Ray Bradbury" leuchtende Augen und erhöhten Pulsschlag bekommen!
Bradbury entdeckte ich als Jugendlicher - zunächst durch die Verfilmung von "Fahrenheit 451", worauf die Lektüre der ebenso großartigen Romanvorlage folgte. Seitdem bin ich begeisterter Bradburyaner. In ebendiesem Film taucht (als Hommage) auf dem Berg der zu verbrennenden Bücher auch ein Bradbury-Buch auf: "Die Mars-Chroniken", deren Lektüre ich vorbehaltlos empfehlen kann. Nicht nur, weil ich sie neben "Fahrenheit 451" zum Allgemeinwissen rechnen würde. Das Taschenbuch mit den 262 Seiten zählt zweifellos zu den ganz großen Klassikern der SF-Literatur und schildert - äusserlich betrachtet - die Besiedelung des Mars' , deren zeitlicher Bogen sich in 26 Erzählungen von 1999 bis 2026 spannt. Bradbury schrieb das Buch übrigens im Jahre 1950.
Im Kern berichtet Bradbury über das unverbesserliche Wesen des Menschen, seine Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte und seinen Größenwahn. Vieles was sich verfremdet dargestellt auf dem Mars (und in einer einzigen Geschichte auf der Erde) abspielt, kommt einem geschichtlich (furchtbar) vertraut vor: Pioniergeist und Eroberungsdrang, Missachtung bestehender Kulturen und ihrer Lebensweise. Darüber hinaus beleuchtet Bradbury das Thema Rassendiskriminierung auf eindrucksvolle Weise und bringt seine Ablehnung darüber zum Ausdruck. Ebenso weist er auf die schlimmen Folgen eines Atomkrieges hin.
Doch lesen Sie selbst - das Buch wird Sie nicht enttäuschen! Ich kann mich nur den Worten des großen SF-Autors Isaac Asimov, der im Hüllentext zitiert wird, anschliessen:
"Auch wenn alles andere, was er geschrieben hat, verschwände, wäre Bradbury allein schon wegen der Mars-Chroniken eine wichtige Figur in der Geschichte der Science Fiction." Zugreifen!