Kurz vorweg: Der Roman ist etwas anders aufgebaut, als man es von den klassischen historischen Romanen kennt.
Frau Weigand erzählt die Geschichte der Markgräfin von Ansbach im 16.Jhd., die sich zunächst der Heiratspolitik ihres Vaters fügt und zunächst den alten Herzog von Groß Glogau heiratet und nach dessen Tod mit dem König von Böhmen per procura verheiratet wird, jedoch nie von ihm angenommen wird. Als sie nach Jahren des Wartens ihr eigenes Leben beginnen will und gemeinsam mit dem König von Böhmen die Annullierung ihrer Ehe durch den Papst begehrt, wird sie von ihren Brüdern auf die Plassenburg gesperrt, um sie wieder gefügig zu machen.
Eben auf dieser Plassenburg entdeckt im Jahr 2001 der Kastellan eine Kinderleiche aus dem 16.Jhd.. Dies ist die zweite "Geschichte", die Frau Weigand am Rande erzählt und die sich am Ende des Romans mit einem Zeitungsartikel unterlegt. Sie nimmt den Leser mir auf eine spannende Entdeckungsreise eines kleinen Hobbyforschteam, dass sich um den Kastellan bildet und sich auf die Suche nach der Identität der Kinderleiche macht und dabei auf die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach stößt.
Frau Weigand wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wodurch die Geschichte eine gewisse Frische bekommt. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen läßt sich der Roman flüssig lesen, so dass man ihn gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ein gelungener, einfühlsamer Roman über eine starke Frau, die versucht mit den Regeln ihrer Zeit zu brechen.