Wie soll man sich wieder einfügen, in den deutschen Alltag, wenn man einmal in Afghanistan war, der eigene Konvoi regelrecht "zusammengeschossen" wurde, Kameraden starben, man selbst schwer verletzt wurde und sich an einen Zustand permanenter Bedrohung gewöhnt hat? Für die traumatisierte Elite-Soldatin Katja Rittmers fehlt nach ihrer Heimkehr nur noch ein Funke... Als sie erfährt, dass es deutsche Kugeln waren, mit denen der Konvoi beschossen wurde und niemand ihre dazu Fragen beantworten will, taucht sie unter und bereitet einen Rachefeldzug vor. Derweil soll Anwältin Valerie Weymann einen deutschen Rüstungskonzern, dem illegaler Waffenhandel unterstellt wird, aus den Negativ-Schlagzeilen bringen ' und kommt dabei ebenfalls ein paar Ungereimtheiten auf die Spur. Im Verlauf der Geschichte stellt man fest: Das Buch hätte genauso gut "Die Marionetten" heißen können ' an irgendeiner Stelle ist jeder der Handelnden ' ohne es zu wollen oder zu merken ' eine.
Zunächst freut das Wiedersehen mit Valerie Weymann, der Protagonistin von "Machtlos". "Die Marionette" habe ich nämlich gekauft, weil mir das erste Buch so gut gefallen hat. Das zweite fand ich sogar noch ein Stück spannender. Ich wurde von der ersten Seite an in die spannende Handlung hineingesogen, habe das Buch in einem Rutsch verschlungen und noch ein paar Stunden nach dem Lesen war mir klamm zumute. Ich mag auch die Sprache, in der die Geschichte erzählt wird: klar, einfach und dennoch schön! Ein Thriller mit Anspruch - auch wenn einem dankenswerterweise die politische Botschaft nicht penetrant eingebläut wird, sondern sie sich einfach ganz selbstverständlich aus der Handlung ergibt.
Ich will eine Fortsetzung, bitte!