Dieses mit vielen Fernsehphotos versehen Buch zur WDR-Serie, das gleich vorweg, ist sehr gut lesbar und verständlich, ohne daß man den Film als Vorbereitungskurs gesehen haben muß.
Erzählt wird die Geschichte der Familie Mann rund um das Zentrum, den Nobelpreisträger Thomas Mann. Dabei wechseln sich immer wieder Erzählpassagen, Interviews, Ausschnitte aus den zahlreichen Werken der Schriftstellerfamilie, Originalphotos und Aufnahmen aus dem Film ab. Das Ganze ist sehr gut lesbar, streckenweise geradezu spannend und, das ist sehr wichtig, macht richtiggehend Lust, die schriftstellerischen Werke der Manns für sich zu entdecken.
Einzige Manko erscheint mir die deutliche Fokussierung auf Thomas Mann, was man sowohl durch seine herausragende Bedeutung (auch wenn es viele gibt, die Heinrich und Klaus zumindest als literarisch ebenbürtig ansehen), als auch durch den Schatten erklären kann, den sein Leben auf seine Verwandten wirft, da niemand sich aus den Fesseln des großen und bekannten Thomas befreien kann und dies in verschiedenen Versionen bei jedem seiner Familie zu einem Lebensthema wird. Statt dieser Fokussierung wäre es m. E. spannender gewesen Thomas Mann gerade deswegen im Hintergrund zu lassen (auch wenn man dadurch vielleicht das Hauptinteresse des Zuschauers außer Acht lassen würde) und sich auf seine Verwandten zu konzentrieren. Nicht nur bliebe die Gestalt Thomas Mann naturgemäß sichtbar, da sie das Leben aller Manns dominiert hat, sondern man könnte sich mehr auf die faszinierenden und erschreckenden Schicksale z. B. von Heinrich, Klaus und Erika konzentrieren und diese wären nicht nur Randfiguren.