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Die Mandel. 4 CDs: Die intime Geschichte einer arabischen Frau
 
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Die Mandel. 4 CDs: Die intime Geschichte einer arabischen Frau [Audiobook] [Audio CD]

Nedjma , Simone Brahmann
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Mandel erzählt eine Geschichte voller Liebe und Leidenschaft, Wut und Befreiung -- lesen Sie einen Textauszug (PDF-Download).

Wenn sich Autoren hinter Pseudonymen verbergen, steigert das in der Regel die Neugier. Das war aber nicht der einzige Grund, warum es Die Mandel in Frankreich auf die Bestsellerlisten schaffte. Die Mixtur aus arabischer Exotik, Sex und Befreiung von islamischer Frauenunterdrückung ist verlockend und erregt öffentliche Aufmerksamkeit. Die 20-jährige Badra flieht aus einem marokkanischen Dorf und einer arrangierten Ehe mit einem viel älteren Mann nach Tanger und beginnt dort ein neues Leben. Unterschlupf gewährt ihr Tante Selma, die aber bald mit ansehen muss, wie sich die schöne junge Frau in eine unzüchtige Affäre mit einem reichen Arzt und Bonvivant stürzt.

Schonungs- und schamlos nennt der Verlag diesen autobiografischen Roman über die „erotische Befreiung“ einer muslimischen Frau. Französische Kritiker nahmen sogar beim Wort „schockierend“ Zuflucht. Tatsächlich handelt es sich aber eher um reichlich harmlose Kost, es dauert auch fast bis zur Hälfte des Buches bis etwas erotisch Relevantes passiert. Zudem ist die Emanzipation der Hauptfigur nur eine begrenzte: Den verhassten Ehemann tauscht sie im Endeffekt ein gegen emotionale und finanzielle Abhängigkeit von ihrem Liebhaber.

Auch hinsichtlich der Authentizität des Stoffes regen sich bei der Lektüre Zweifel. Laut Verlag ist die Autorin „Anfang bis Mitte vierzig“. Die Badra im Buch heiratet aber 1962 mit 17 Jahren. Demnach müsste die reale Badra schon 60 Jahre alt sein. Und für den Bericht einer Frau, die sich ihre Lebensgeschichte von der Seele schreibt, ist der Text eigentlich zu professionell gemacht. Womit wir andererseits schließlich bei den Vorzügen des Buches wären. Denn literarisch weiß der Text durchaus zu gefallen. Vor allem in den eingestreuten Rückblenden wird Badras Kindheit und Jugend in einem traditionellen Berberdorf anschaulich und lebensprall erzählt. Und auch wenn die erotischen Passagen für Nicht-Muslime von Gewagtheit weit entfernt sind, ist die ungewöhnliche poetisch-blumige Sprache doch sehr reizvoll. Wer immer also Die Mandel verfasst hat, er oder sie beherrscht das Handwerk. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung



Lieben und bis an die Grenzen gehen


Die junge Marokkanerin Badra ist fest davon überzeugt, dass sie für die Liebe bestimmt ist. Doch wird sie gemäß der Tradition verheiratet und erlebt in ihrer Ehe nur Gleichgültigkeit und Demütigung. Sie flieht zu ihrer Tante nach Tanger. Von ihr lernt Badra, dass sie das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben hat. Und hier lernt sie Driss kennen, der ihr die Augen für die vollkommene Liebe öffnet. Doch die Beziehung wird zur erotischen Obsession ...

Der Autor über sein Buch

Nur die Literatur hat die Macht einer »tödlichen Waffe«. Also habe ich mich ihrer bedient. Ohne Scham und innerlich triumphierend. Getrieben von dem Ehrgeiz, meinen Blutsschwestern die von ihren Vätern, Brüdern und Ehemännern konfiszierte Sprache zurückzugeben. Als Huldigung an die alte Kultur der Araber, in der das sinnliche Verlangen sogar in der Architektur Ausdruck fand, die Liebe von der Sünde befreit und Lust zu empfinden und zu bereiten eine Pflicht des Gläubigen war. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Nedjma (der Name ist ein Pseudonym) ist Mitte vierzig und lebt in Nordafrika. Die Mandel ist ein autobiographischer Roman.

Auszug aus Die Mandel von Nedjma. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog
Dieser Bericht ist vor allem eine Geschichte der Seele und des Fleisches. Einer schonungslosen, manchmal grausamen Liebe, die sich um keine Moral schert, außer um die des
Herzens. Mit diesen Zeilen, in denen sich Sperma und Gebet vermischen, habe ich versucht, die Mauern niederzureißen, die heute das Himmlische vom Irdischen, den Körper von der Seele, das Mystische von der Erotik trennen.

Nur die Literatur hat die Macht einer »tödlichen Waffe«. Also habe ich mich ihrer bedient. Ohne Scham und innerlich triumphierend. Getrieben von dem Ehrgeiz, meinen Blutsschwestern die von ihren Vätern, Brüdern und Ehemännern konfiszierte Sprache zurückzugeben. Als Huldigung an die alte Kultur der Araber, in der das sinnliche Verlangen sogar in der Architektur Ausdruck fand, die Liebe von der Sünde befreit und Lust zu empfinden und zu bereiten eine Pflicht des Gläubigen war. Ich erhebe diese Worte – wie man ein Glas erhebt – auf das Wohl der arabischen Frauen. Möge es ihnen gelingen, die ihnen geraubte Sprache des Körpers wiederzufinden und so zugleich ihre Männer zu heilen.

Ich, Badra bent Salah ben Hassan el-Fergani, in Imchouk im Zeichen des Skorpions geboren, Schuhgröße achtunddreißig und bald fünfzig Jahre auf dem Buckel, erkläre Folgendes: Es ist mir völlig gleichgültig, dass die schwarzen Frauen saftige Geschlechter haben und ganz und gar gefügig sind; dass die Babylonierinnen die begehrenswertesten und die Damaszenerinnen die zärtlichsten und die Araberinnen und Perserinnen die fruchtbarsten und die treusten Frauen sind; dass die Nubierinnen die rundesten Hinterteile, die weichste Haut und ein Verlangen haben, das wie Feuerzungen brennt; dass die Türkinnen die gefühlloseste Gebärmutter, das giftigste Temperament, das rachsüchtigste Herz und die klarste Intelligenz besitzen; dass die Ägypterinnen über eine schmeichelhafte Sprache, einen angenehmen Charakter und eine kapriziöse Art von Treue verfügen.

Ich erkläre hiermit, dass ich auf die Schafe wie auf die Fische pfeife, auf die Araber wie auf die Europäer, aufs Morgen- wie aufs Abendland, auf Karthago wie auf Rom, auf Henchir Tlemsani wie auf die Gärten von Babylon, auf Galiläa wie auf Ibn Battouta, auf Nagib Machfus wie auf Albert Camus, auf Jerusalem wie auf Sodom, auf Kairo wie auf Sankt Petersburg; auf Johannes wie auf Judas, auf die Jungfrauen wie auf die Huren, auf die Schizophrenen wie auf die Paranoiden, auf Ismahan wie auf Abdelwahab, auf das Wadi Harrath wie auf den Pazifik, auf Apollinaire wie auf Moutannabi, auf Nostradamus wie auf Diop, den Marabut.
Ich, Badra, verkünde, mir nur einer Sache sicher zu sein: Dass ich das schönste Geschlecht der Welt habe; es hat die schönste Form von allen; es ist prall, heiß, feucht, duftend und singt wie kein anderes; und es ist unübertrefflich in seinem Verlangen nach harpunengleich sich reckenden Schwänzen.

Das kann ich sagen, jetzt, da Driss tot ist und ich ihn unter den Oleanderbüschen in Imchouk, dem Dorf der Ungläubigen, begraben habe. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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