Simone de Beauvoir, die leider meist nur als Geliebte Sartres bekannt ist, hat mit diesem Roman ein Meisterwerk geschaffen. Die weitreichenden Themen von der Liebe und den dazugehörigen Konflikten, Zeitgeschichte von der Résistance bis Hiroshima und nicht zuletzt der Niedergang des französischen Kommunismus in der Ära de Gaulles werden von der Autorin einzigartig verknüpft. Man kann nicht anders, als mit den Figuren mit zu leiden, sich in die eine oder andere Person hinein zu versetzen, mit ihnen zu lieben und zu hassen, denn Simone de Beauvoir hat unwahrscheinlich lebendige Charaktere geschaffen. Was diesen Roman zum Meisterwerk werden lässt, ist aber auch der meisterhafte Stil und die beiden Erzählsituationen. Dabei wechseln sich Ich-Erzählerin und Personaler Erzähler ab, jedoch ohne dass dadurch der Leser auch nur im geringsten verwirrt würde. Nicht zuletzt trägt natürlich auch der Ort der Handlung zur Faszination dieses Romans bei. Paris, Stadt der Liebe, aber auch der Revolution. Liebhaber der französischen Hauptstadt kommen voll auf ihre Kosten, auch wenn die Autorin ihren Lesern gelegentliche Ausflüge, beispielsweise nach Portugal oder Chicago gestattet, bleibt Paris immer Mittel- und Ausgangspunkt. Verwirren lassen sollte sich der Leser oder die Leserin allerdings nicht vom Titel "Mandarins" und deshalb Chinesen erwarten. Wie bereits erwähnt liegt die Betonung auf Paris - und was will man mehr!? (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)