Dieses Buch hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen, weil es wirklich die Realität zeigt. Es ist sozusagen das Anti Eva Prinzip, Frauen sollen unabhängig und vor allem ihrem Beruf treu bleiben und nicht zuhause versauern. Dafür bringt die Autorin gute und stichhaltige Argumente, z.B. muß man ja auch als Alleinerziehende die Kinder versorgen können und sollte sich nie auf den Unterhalt des Mannes verlassen, ferner halten heute kaum noch jegliche Beziehungen. Wenn die Kinder groß sind, hat man zuhause kaum noch was zu tun, und würde in ewiger Langenweile versinken. Von fehlenden Rentenansprüchen mal ganz zu schweigen. Die Lebensaufgabe Kind wird so zur Falle, denn das wird uns auf Dauer nicht ausfüllen können. Übrig bleibt nur eine große Leere, und so landen viele der Hausfrauen beim Psychologen, obwohl sie eher eine Arbeit bräuchten als die "Couch". Soweit so gut. Was in dem Buch aber eindeutig fehlt, sind Lösungsansätze. Nicht jede Frau ergreift nunmal einen Beruf, in dem sie "Reichtümer" verdient, nicht jede kann Ärztin oder Rechtsanwältin werden (davon gab es eine zeitlang eh genug "auf dem Markt"). Nicht jeder kann sich zig Betreeungsmöglichkeiten für sein Kind leisten oder hat nette Verwandte und Bekannte, die das Kind gern mal nehmen würden. Und manche haben schließlich auch einen Beruf, der es ihnen kaum möglich macht, ihre Kinder zu sehen. Was haben die dann bitte von ihren Kindern? Das Kind sitzt dann in einer Kita, und muß sich 10 Stunden betreuen lassen. Und das von zuwenig Personal, denn das ist ja leider noch Alltag hier in Deutschland. Natürlich sind es keine reinen "Aufbewahrungsstätten", aber der Hit ist es nunmal auch nicht für ein Kind. Zumindest nicht, wenn es über 5 oder 6 Stunden hinausgeht. Die Autorin selbst kann einiges von zuhause aus machen, hat ein gutes Betreungsnetz und scheint das Alles recht gut unter einen Hut zu bekommen. Das ist sehr schön, und so würde ich auch gern leben. Aber in meinem eigentlichen Beruf ginge sowas gar nicht. Und vorher habe ich mir das nicht überlegt, weil ich da noch keine Kinder wollte. Es lässt sich also nicht alles planen. Trotzdem finde ich das Buch wichtig für alle Mütter oder die, die es werden wollen, damit sie sich bewusst sind, worauf sie sich einlassen. Damit sie sich schon vorher Gedanken über Beruf und Kind machen, und wie man beides am besten unter einen Hut bekommt.