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Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900
 
 
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Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900 [Gebundene Ausgabe]

Katja Behling , Anke Manigold
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Elisabeth Sandmann Verlag GmbH; Auflage: 1 (31. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393804537X
  • ISBN-13: 978-3938045374
  • Größe und/oder Gewicht: 27,6 x 21 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 53.702 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Hier gibt es viel für Kopf und Augen zu entdecken ein interessanter Streifzug durch ein wenig bekanntes Kapitel der Kunstgeschichte (Für Sie)

Bis heute mussten wir auf diesen Bildband warten klugen Bildband Eine wunderbare kunsthistorische Entdeckungsreise und ein liebevoll erzähltes Kapitel Emanzipations-Geschichte obendrein. (Brigitte)

Eine Neuerscheinung zeigt, wie schwer es Künstlerinnen vor rund 100 Jahren hatten. (...) ausgezeichnete Neuerscheinung aus dem auf kreative Frauen spezialisierten Elisabeth Sandmann Verlag. (...) Die beiden Autorinnen haben eifrig geforscht und sich der mutigen Frauen mit Sympathie genähert. (Rhein-Neckar-Zeitung)

Kurzbeschreibung

Frauen mit künstlerischen Ambitionen war lange Zeit die Aufnahme an Akademien verwehrt, was sie aber nicht daran hinderte, ihre Leidenschaften zu leben. Viele Malerinnen waren um 1900 künstlerisch und persönlich mit einer Künstlerkolonie verbunden, in der es leichter war, sich von traditionellen Rollenbildern zu befreien. Doch wegen ihrer schöpferischen Ambitionen und ihrer unkonventionellen Lebensweise wurden sie als »Malweiber « verspottet.
Dieses Buch stellt Leben und Werk bekannter Malweiber wie gänzlich unbekannter Malerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Dass diese zumeist aus dem Bürgertum stammenden Frauen künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Durchbrüche erzielt haben, als sie sich an der Schwelle zur Moderne in die Kunstwelt aufmachten, haben die Kunsthistoriker vergangener Jahrzehnte bislang oft »übersehen«.

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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pionierinnen ihrer Zunft! 25. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Als das 20. Jahrhundert seinen Anfang nahm, kamen Frauen in der Malerei höchstens als Inspirationsquelle und Musen vor. Das Frauen selbst zum Pinsel griffen oder in der bildenden Kunst auf sich aufmerksam machten, wurde von den männlichen Kollegen skeptisch und zum Teil offen ablehnend zur Kenntnis genommen. Frauen an den Akademien waren erst recht eine Seltenheit.
Mit sehr unterschiedlichem Kunstverständnis und dem Mut zur Avantgarde gelang es jedoch vielen Künstlerinnen, sich Anerkennung zu verschaffen.

Dieser sehr schöne, ausführlich beschriebene und reich bebilderte Band erinnert an die "Malweiber". Der Clou: Mit diesem Buch kann man sogar verreisen, denn es stellt die Künstlerinnen an ihren Wirkungsstätten vor, zieht Verbindungen zu Malerinnen, die in örtlicher Nähe gewirkt haben und beschreibt auch jeweils den räumlichen Background, von dem einige der Künstlerinnen stark geprägt waren.

Es beginnt mit einem großartigen Kapitel über Worpswede und der Lebensgeschichte der Paula Modersohn-Becker, die heute den Ruhm ihres damals ungleich berühmteren Mannes Otto Modersohn überstrahlt und die in ihrem kurzen, intensiven Leben immer sehr geradlinig ihre künstlerischen Ambitionen verfolgt hat. Doch zu Worpswede gehören auch Clara Westhoff und Marie Bock.
Hiddensee und Ahrenshop, die Region von Hamburg bis Dänemark, Frankfurt, München und Murnau waren ebenfalls Orte, an denen Malerinnen wirkten und sich zusammenschlossen um gemeinsam ihre Kunst zu leben.

Einige der Künstlerinnen sind heute nahezu unbekannt, viele kennt man "unter ferner liefen". Trotz zum Teil recht fragmentarischer Lebensläufe und dank der schönen Abbildungen der Kunstwerke bekommt man dennoch einen guten Einblick in das Schaffen.
So unterschiedlich die Lebenswege und der künstlerische Ausdruck auch waren:
Die "Malweiber" waren Pionierinnen, die den Weg für ihre jüngeren Kolleginnen ebneten.
Ein wunderschönes Buch über weiblichen Eigensinn und weibliches Talent!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Brigholz
Format:Gebundene Ausgabe
"Es gibt zwei Arten von Malerinnen: Die einen möchten heiraten, und die anderen haben auch kein Talent", hieß es in der Satirezeitschrift Simplicissimus anno 1901 - glücklicherweise war dem nicht so. Schweren Herzens ließ etwa der kunstsinnige Vater Westhoff seine erst siebzehnjährige Tochter Clara, die spätere Ehefrau des Dichters Rainer Maria Rilke, von Bremen nach München ziehen. Malerin wollte das selbstbewusste und talentierte Mädchen werden. Und schon ein Jahr später berichtete Clara ihren Eltern stolz, "dass ich ein Malweib geworden bin... Ein regelrechtes emanzipiertes Fin-de-siecle-Weib." Eine solche Chance zu erhalten, war alles andere als selbstverständlich. Um 1900 mussten Frauen und Mädchen, die sich in der Malerei ausbilden bzw. weiterbilden wollten, große Hindernisse überwinden, um ihren Traum leben zu können. Ein akademisches Studium war dem weiblichen Geschlecht zumeist noch verwehrt, eine Professionalisierung aus gesellschaftlichen Gründen undenkbar, der Berufswunsch Künstlerin gänzlich inakzeptabel. Der Weg an die Staffelei führte dementsprechend fast immer über private Ausbildungsinstitute etwa in München oder Paris.
Das Buch widmet sich jenen Frauen, die diesen Weg mutig und entschlossen gegangen sind, die beharrlich gegen gesellschaftliche Schranken protestiert und sich dem Gespött der Leute nicht gebeugt haben. Viele der Künstlerinnen stammten aus dem (Groß-)Bürgertum und konnten auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen. Andere mussten das Elternhaus verlassen und ohne finanziellen Rückhalt ins Ausland gehen, um sich selbst verwirklichen zu können. Nicht wenige Künstlerinnen haben auf einen Mann oder auf Kinder verzichtet, um ganz für ihre Kunst zu leben. Der große Durchbruch war jedoch nur wenigen vergönnt. Das Publikum war irritiert und die Kritik verriss frühe Arbeiten etwa einer Paula Modersohn-Becker als "unqualifizierte Leistungen" oder "unreife Schülerarbeiten", die mit Begriffen einer reinlichen Sprache gar nicht zu beschreiben seien. Doch gerade der Hohn und heftige Gegenwind, der ihnen entgegen blies, bestärkte viele Künstlerinnen.
Das Buch beschreibt die wichtigsten Künstlerkolonien und Kunstzentren wie Worpswede und Berlin. Jede der über vierzig porträtierten Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird in einer Kurzbiographie vorgestellt. Die Lebensgeschichten der Frauen sind so fesselnd wie ihre Werke. Nachzulesen ist auch das Schicksal vieler jüdischer Malerinnen: Die Wienerin Marie-Louise von Motesiczky, deren Großmutter Anna von Lieben eine der ersten Patientinnen von Sigmund Freud gewesen war, besuchte die Meisterklasse von Max Beckmann. 1938 nach England emigriert, wurde sie erst im Exil berühmt. Die in Hamburg als Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie geborene Anita Ree, die in Paris bei Fernand Leger gelernt hatte, nahm sich, durch politische und private Umstände isoliert und depressiv, 1933 auf Sylt das Leben. Ungewöhnlich ist es, dass auch Leben und Werk der bekannten Dichterin Else Lasker-Schüler und das der Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff in dem Bildband nachgezeichnet werden - wohlgemerkt jeweils in ihrer eher wenig bekannten Eigenschaft als Malerin. Sogar eine der wichtigsten Vertreterinnen der Art Brut, Aloise Corbaz, ist dabei: Sie, eine einstige Gouvernante am Hof des deutschen Kaisers, lebte als schizophrene Patientin fast ein halbes Jahrhundert in psychiatrischen Krankenhäusern, wo ihr anspielungsreiches und auffallend farbenfrohes Werk entstand.
Ungemein informativ, kenntnisreich und zugleich kurzweilig präsentieren Katja Behling und Anke Mangold die Lebensgeschichten der Frauen. Fotografien, Selbstportraits und Abbildungen der Kunstwerke ergänzen die Texte. Die Werke werden in den kunsthistorischen Kontext eingebettet. Durch die Beschreibung der sozialen Kontakte der Künstlerinnen untereinander oder auch zu ihren männlichen Kollegen erhält der Leser einen umfangreichen Überblick über das zeitgenössische Kunstgeschehen, persönliche Beziehungen und gegenseitige Inspirationen. Sehr angenehm auch, dass die Autorinnen den Bogen nicht überspannen, nicht gleich jede Künstlerin zum unentdeckten und (von Männern) unterdrückten Genie verklären. Sie lassen das jeweilige Werk und die Lebensgeschichte vielmehr für sich selbst sprechen. Doch große Sympathie für die Künstlerinnen ist zwischen den Zeilen immer wieder deutlich zu spüren. Alles in allem eine außerordentlich gelungene Publikation, die eine Lücke in der bisherigen Darstellung des Beitrags von Frauen in der Kunstgeschichte schließt. Kein Wunder, dass es dieser Bildband bis auf Platz 1 der Kunst-Bestsellerliste brachte - er ist zudem einfach wunderbar zu lesen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser schöne und prominent aufgemachte Bild- und Textband führt ein in eine Gruppe von Frauen, die um das Jahr 1900 herum als "Malweiber" nicht nur bei ihren männlichen Künstlerkollegen
verschrieen waren. Während zum Beispiel Paula Modersohn-Becker, spätestens seit ihrem Aufenthalt in Paris über die Grenzen Deutschlands bekannt wurde und es immer noch ist, sind die zahlreichen in diesem Buch beschriebenen anderen Künstlerinnen nur einem kleinen Fachpublikum bekannt: Charlotte Behrend-Corinth, Elisabeth Büchsel, Alma de Franco, Helene Funke, Broncia Koller, Marie-Louise von Motesiczky, Gabriele Münter, Anita Ree, Sophie Taeuber-Arp, Marianne Werefkin sind die Namen der ausführlich mit Leben, Person und Werk in diesem Buch dargestellten lange verkannten Künstlerinnen. Viele andere werden noch erwähnt. Sie stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In ihrer Gesamtheit haben diese, meist aus dem Bürgertum stammenden Malweiber" künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Durchbrüche erzielt, wurden aber dennoch von der Kunstgeschichte über eine lange Zeit verkannt und übersehen.

Das vorliegende Buch hat dem Abhilfe geschaffen und die Künstlerinnen an der Ort gesetzt, der ihnen gebührt.
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